„Es gibt erfreuliche Entwicklungen am Gesamtmarkt“, sagt der Präsident des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (VDP) Gero Bergmann auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Eine Erholung am Immobilienmarkt sei 2025 laut VDP spürbar gewesen. Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland seien nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt. Damals gerieten die Immobilienpreise durch rasch steigende Zinsen unter erheblichen Druck, wobei Gewerbeimmobilien stärker betroffen waren als Wohnimmobilien. Doch auch in diesem Segment steigen die Preise inzwischen wieder, wenn auch nicht ganz so stark wie bei Wohnimmobilien. Wegen des Mangels an Wohnraum rechnet der Verband damit, dass die Mieten 2026 weiter steigen und sich Wohnimmobilien 2026 im Bundesschnitt um 2,5 bis 4,5 Prozent verteuern werden. Die Geschäftsaussichten für die Pfandbriefbanken seien positiv. „Der Pfandbrief ist nach wie vor hoch gefragt“, sagte Bergmann.
Dennoch schauten auch sie jeden Morgen gespannt auf die politische Nachrichtenlage. „Wir sind in einer hoch unsichereren Zeit. Das gilt auch für die Immobilienwirtschaft“, sagte Bergmann. Der Irankrieg sorge für Unsicherheit, viele Teilnehmer im Markt würden erst mal wieder abwarten. Ob die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf den Leitzins als Reaktion auf die steigende Inflation anhebe und die Zinskosten für private Hausbauer und große Investoren stiegen, bleibe auch abzuwarten. Von einer Refinanzierungskrise am Immobilienmarkt könne entgegen manchen Warnungen in der Presse Bergmanns Einschätzung nach jedoch noch keine Rede sein. Auch in hochvolatilen Zeiten habe der Bankensektor Resilienz bewiesen. „Eine Vertrauenskrise in unsere Produkte ist nicht erkennbar“, sagte Bergmann.
Hohe Sicherheit durch Besicherung durch Hypotheken
Der VDP repräsentiert einen Großteil der Kreditinstitute für die Wohn- und Gewerbeimmobilienfinanzierung sowie für die Kommunal- und Staatsfinanzierung. Für dieses Segment des Rentenmarkts sind Pfandbriefe („Covered Bonds“) mit das wichtigste Refinanzierungsinstrument. Einfach erklärt: Banken, die Immobilienkredite vergeben, leihen sich über Pfandbriefe Geld am Kapitalmarkt. Pfandbriefe sind besonders gut abgesicherte Kredite, denn sie sind gedeckt – etwa durch Hypotheken. Das bedeutet, die Rückzahlung ist nicht „nur“ vom allgemeinen Bankgeschäft abhängig, sondern zusätzlich durch Sicherheiten, den Deckungsstock, gestützt. Meistens verfügen sie daher wie auch Bundesanleihen über ein sehr gutes Rating („AAA“). Pfandbrief-ETF und Fonds sind daher insbesondere in Krisen für Anleger interessant.
Neben den Aussichten für 2026 ging es bei der Jahrespressekonferenz auch um „Basel III“. Der VDP sei nicht gegen Basel III, aber die Eigenkapitalbelastung dürfe nicht noch weiter steigen. Die Basler Vereinbarungen (Basel I, II und III) sind internationale Vereinbarungen zur Bankenregulierung, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht festgelegt wurden. Sie sollen unter anderem sicherstellen, dass Banken ausreichend Eigenkapital und Liquidität haben, um auch unerwartete Verluste abfedern zu können. Ein Großteil des Regelpakets Basel III, das nach der Finanzkrise von 2007/2008 beschlossen wurde, ist in der EU in Kraft. Im März wurde bekannt, dass die USA im Begriff sind, die Kapitalanforderungen an Banken zu reduzieren. Das erzeugt Druck auf die EU, die Einführung höherer Kapitalanforderungen aufzuschieben. „Da die anderen das nicht eins zu eins umsetzen, brauchen wir das in Europa auch nicht“, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.
Source: faz.net