Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat vor seiner Befragung durch den Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses jegliche Kenntnis von Straftaten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zurückgewiesen. „Ich weiß, was ich getan habe und – noch wichtiger – was ich nicht getan habe. Ich habe nichts gesehen und nichts falsch gemacht“, schrieb Clinton in einer in sozialen Medien verbreiteten Erklärung. Am Donnerstag hatte bereits seine Ehefrau Hillary Clinton aussagen müssen. Die frühere US-Außenministerin sagte, sie könne sich nicht daran erinnern, Epstein je getroffen zu haben.
Im Kontext der Straftaten Epsteins wird dem ehemaligen US-Präsidenten kein Fehlverhalten vorgeworfen. Im Zuge der Veröffentlichung diverser Ermittlungsakten durch das US-Justizministerium sind aber mehrere Bilder aufgetaucht, auf denen Clinton mit Epstein zu sehen ist. Clinton war unter anderem in einem Flugzeug neben einer Frau sitzend zu sehen, deren Gesicht unkenntlich gemacht worden war. Während Clintons Präsidentschaft war Epstein mehrere Male im Weißen Haus zu Gast. Später unternahm Clinton mehrere Auslandsreisen mit Epsteins Flugzeug.
Demokraten fordern Vorladung Trumps
Die nicht-öffentliche Anhörung des ehemaligen Präsidenten stellt einen Präzedenzfall dar: Noch nie zuvor wurde ein ehemaliger US-Präsident gezwungen, vor Mitgliedern des Kongresses auszusagen. Das Ehepaar Clinton hatte zunächst eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss abgelehnt. Nachdem ihnen Abgeordnete mit einer Zwangsvorladung gedroht hatten, waren beide eingelenkt.
Die Demokraten wollen nun, dass sich nach den Clintons auch der amtierende US-Präsident Donald Trump den Fragen der Kongressmitglieder stellen soll. Hillary Clinton forderte in ihrer Befragung vor dem Untersuchungsausschuss, dieser solle Trump „unter Eid zu den Zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht“.
Trumps Name findet sich in den Ermittlungsakten zum Fall Epstein. Bisher beteuerte der US-Präsident allerdings, dass er nichts von Epsteins Straftaten gewusst habe. Laut einem kürzlich veröffentlichten Dokument soll Trump jedoch in einem Telefonat im Jahr 2006 gesagt haben, dass die Menschen in New York wüssten, dass Epstein „widerlich“ sei.