Epstein-Akten: Polens Justiz ermittelt wegen Epstein-Akten zu Menschenhandel

Die polnische Justiz hat nach einer ersten Analyse der Epstein-Akten offiziell Ermittlungen wegen mutmaßlichen Menschenhandels eingeleitet. Aus den Dokumenten ergebe sich der begründete Verdacht, dass auch in Polen junge Frauen angeworben worden seien, um sie sexuell auszubeuten. Das teilte die Landesstaatsanwaltschaft in Warschau mit.

Bei den Ermittlungen geht es laut polnischer Justiz um „nicht näher
identifizierte volljährige und minderjährige Frauen, darunter auch polnische
Staatsbürgerinnen“. Erster Schritt der Ermittlungen seien demnach Auskunftsersuchen an zwei andere europäische Länder. Welche Länder damit gemeint waren, wurde aber nicht
genannt.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuvor Untersuchungen zu möglichen Kontakten Epsteins nach Polen und einer möglichen Verbindung zwischen Epstein und dem russischen Geheimdienst angekündigt. Justizminister Waldemar Żurek teilte zudem mit, dass gemeinsame Untersuchungen von Geheimdienst, Staatsanwaltschaft und Polizei beginnen würden.

Polen setzt eigenes Gremium ein

Polen hatte bereits als eines der ersten europäischen Länder ein Gremium eingesetzt, um die Millionen von US-Dokumenten zum Missbrauchsring von Jeffrey Epstein zu untersuchen und auf für die polnische Justiz relevante Erkenntnisse hin zu analysieren.

Das US-Justizministerium hatte Ende Januar dieses Jahres neue Dokumente zum Epstein-Skandal veröffentlicht. Der Multimillionär war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er nur knapp 13 Monate Haft ab. Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

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