Die Enthüllungen aus den Epstein-Akten holen
Melinda French Gates erneut ein. Die Ex-Frau von Microsoft-Mitgründer
Bill Gates sprach in einem Interview mit dem US-Sender NPR von „sehr,
sehr schmerzhaften Zeiten“ in ihrer Ehe – und zeigte sich zugleich
erleichtert, heute Abstand von dem Komplex zu haben. „Ich bin sehr froh,
weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie. Die Ehe der beiden endete
2021 nach 27 Jahren.
Die Berichte über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seien für sie schwer zu ertragen. „Kein
Mädchen sollte jemals in eine Situation gebracht werden, wie sie von
Epstein und den verschiedenen Personen in seinem Umfeld verursacht
wurde“, sagte Gates. Die Details lösten bei ihr vor allem
„unermessliche Trauer“ aus.
E-Mail-Entwurf an Bill Gates
Auslöser der neuen Debatte sind Akten, die das
US-Justizministerium jüngst veröffentlichte. Darin findet sich auch
ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert
war – er richtet sich offenbar an Bill Gates. Der Entwurf thematisiert Spannungen zwischen
Gates und seiner damaligen Ehefrau sowie gescheiterte
Geschäftsbeziehungen. Zudem enthält er unbelegte Vorwürfe persönlicher
Natur – darunter den Hinweis, Gates habe Epstein gebeten, E-Mails zu
löschen, die sich auf eine mögliche Geschlechtskrankheit sowie intime
Details bezogen hätten. Belege dafür gibt es nicht.
In einem weiteren E-Mail-Entwurf soll Epstein demnach über Bill Gates geschrieben haben. Er habe ihm geholfen, „Drogen zu besorgen“, damit dieser die „Folgen
von Sex mit russischen Mädchen“ bewältigen könne. Das meldete die
Nachrichtenagentur Reuters. Gates‘ Stiftung erklärte, es handele sich um „absolut absurde und
vollkommen falsche Behauptungen“ eines „erwiesenen, verbitterten
Lügners“. Bill Gates war zudem auf bereits im Dezember veröffentlichten Bildern zu sehen, eines zeigt ihn mit einer jungen Frau, deren
Gesicht durch die Fotozensur geschwärzt war.
Melinda Gates zieht Schlussstrich
Auch
die Sorge, eine öffentliche Trennung könne der gemeinsamen Stiftung
schaden, wird erwähnt. Die spätere Scheidung des Paares zog sich
tatsächlich über mehrere Jahre hin. Ein Sprecher von Gates wies die
Vorwürfe gegenüber der New York Times als „absurd und vollständig
falsch“ zurück. Die Dokumente zeigten lediglich Epsteins Frustration
über das Ende des Kontakts, hieß es.
Melinda Gates betonte, sie habe für sich einen Schlussstrich gezogen und
befinde sich heute an einem „unerwartet schönen Punkt“ in ihrem Leben.
Offene Fragen zu den damaligen Kontakten beträfen andere. „Diese Fragen
sind für diese Personen und sogar für meinen Ex-Ehemann bestimmt. Sie
müssen Antworten auf diese Fragen geben, nicht ich.“