Entwicklungshilfe: Deutschland verfehlt UN-Zielmarke zu Händen Entwicklungshilfe

Deutschland hat im vergangenen Jahr 0,56 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die internationale Entwicklungshilfe ausgegeben. Damit verfehlte die Bundesrepublik erneut die Zielmarke der Vereinten Nationen von 0,7 Prozent, wie die OECD mitteilte. Im Vergleich zu 2024 wurde das Geld für Entwicklungshilfe um 17,4 Prozent gekürzt. Weil die US-Entwicklungshilfe um mehr als die Hälfte gekürzt wurde, steigt Deutschland trotzdem zum ersten Mal zum größten Geberland auf.

Insgesamt kürzten die OECD-Geberländer ihre Beiträge zu internationalen
Entwicklungsprogrammen im vergangenen Jahr um 23,1 Prozent auf rund
149,2 Milliarden Euro. Ein Großteil des gesamten Rückgangs entfiel auf
die fünf größten Geberländer USA, Frankreich, Deutschland, Japan und
Großbritannien. Der Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe kritisierte, dass die reichen Länder zunehmend nationalistisch handeln und ihre globale Verantwortung ignorieren würden.

Studie sieht Kürzung der Entwicklungshilfe bis 2027 auf 0,39 Prozent

Trotz schmerzhafter Einsparungen bleibe Deutschland ein verlässlicher Partner in der Welt, sagte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD). Die deutsche Entwicklungshilfe im vergangenen Jahr, die sich auf rund 26 Milliarden Euro belaufen habe, sei in die Bekämpfung von Armut, Hunger oder Klimawandel geflossen, aber auch in die Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten in Deutschland.

In einer Ende März veröffentlichten Studie des Verbands entwicklungspolitischer Organisationen Venro hieß es, dass die deutsche Entwicklungshilfe bis 2027 auf 0,39 Prozent absinken könnte. Damals kritisierte der Verband, dass sich die aktuelle Bundesregierung nicht zum UN-Ziel von 0,7 Prozent bekenne. Entwicklungsministerin Alabali Radovan kündigte vor dem Hintergrund der Etatkürzungen eine strengere Priorisierung an.

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