Wir sparen und sparen und sparen. Und dann? Kommt irgendwann die sogenannte Entnahmephase. Das, was wir als Vermögen angehäuft haben, tragen wir nach und nach ab, um im Alter ein bisschen mehr Geld zum Leben zu haben. Klingt einfach, ist aber kein Selbstläufer. Welchen Anteil Ihres Vermögens Sie sich pro Jahr auszahlen können, hängt gleich von mehreren Faktoren ab, die Sie nicht selbst in der Hand haben. Umso wichtiger ist eine ausgeklügelte Strategie für die Entnahme im Alter.
Der größte Unsicherheitsfaktor bei der Entnahme sind Sie selbst, genauer: wie lange Sie leben. Stünde das vorher fest, würde es Ihnen die Planung erheblich erleichtern. Weil das aber nicht der Fall ist, müssen Sie den Zeithorizont für die Entnahme schätzen. Und genau dabei begehen viele Menschen schon den ersten Fehler: Sie orientieren sich an der durchschnittlichen Lebenserwartung. Das ist aus zwei Gründen nicht empfehlenswert. Erstens bedeutet „durchschnittlich“ automatisch, dass viele Menschen auch deutlich älter werden. Und zweitens gilt die Lebenserwartung, die Sie sich jetzt ergoogeln, meist ab Geburt. Wenn Sie bereits kurz vor dem Renteneintritt stehen, hat eine andere Zahl aber wesentlich mehr Aussagekraft für Sie. Die sogenannte Erlebenswahrscheinlichkeit zeigt an, wie hoch der Anteil der Personen ist, die ein bestimmtes Alter erreichen. Für Menschen, die heute 67 Jahre alt sind, gilt beispielsweise: 22 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen werden 90 Jahre alt.