Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair schließt angesichts hoher Kerosinpreise Stornierungen von Flügen im Sommer nicht aus. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir auch Flugstornierungen noch nicht
ausschließen“, sagte Ryanair-Manager Marcel Pouchain Meyer den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Auch kurzfristige Preiserhöhungen
könnten notwendig werden.
„Wir sehen die Situation mit großer Besorgnis“, sagte Pouchain weiter mit Blick auf die Hauptreisezeit. Die Fluggesellschaft habe zwar 80 Prozent des bis Ende März 2027 benötigten Treibstoffes zum Festpreis sichern können. „Aber 20 Prozent Unsicherheit sind immer noch da.“ In Italien gebe es aktuell bereits an einigen Flughäfen Kerosinmangel. „Wir müssen die Situation weiter genau beobachten“, sagte der Ryanair-Manager. Tickets sollten deshalb besser gekauft werden, „bevor das im Juni oder Juli richtig durchschlägt“.
Ryanair hat nur noch 30 Flugzeuge in Deutschland
Von der für Juli geplanten Minderung der Luftverkehrssteuer in Deutschland werde man „gar nichts“ an die Passagiere weitergeben, sagte Pouchain Meyer zum RND. Die Absenkung von 15,33 auf 13,03 Euro pro Flug sei nicht mehr als ein „Tropfen auf dem heißen Stein“. Insgesamt seien die Kosten in Deutschland weiterhin viel zu hoch. Ryanair forderte, die Luftverkehrssteuer komplett abzuschaffen, die Flugsicherungskosten auf das Vor-Covid-Niveau zu senken und die Kosten für die Sicherheitskontrollen zu halbieren.
„Es wird auch nicht so sein, dass Ryanair jetzt mehr Kapazitäten nach Deutschland bringt“, sagte der Manager. Die irische Airline hatte ihren festen Flugzeugbestand in Deutschland bereits von 60 auf 30 Flugzeuge halbiert. In Berlin und Hamburg fährt sie demnach ihr Angebot stark zurück und nutzt vor allem Regionalflughäfen, wo geringere Kosten anfallen.