In Ungarn wird Viktor Orbán abgewählt, die Iran-Verhandlungen ändern mit einem Scheitern von JD Vance – und in der Bundesliga gibt es eine Revolution. Der „Freitag“-Blick auf die Themen des Tages
Hallo,
Was für ein Wochenende! Es war wieder einmal ein eindrücklicher Beleg für die These, dass Weltgeschehen weder auf Samstag noch auf Sonntag Rücksicht nimmt.
Sie können sich denken, dass es heute auch bei uns am Hegelplatz viel zu besprechen gibt. Da ist zum Beispiel die Wahl in Ungarn: Viktor Orbán wurde abgewählt, die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar hat sogar die wichtige Zweidrittelmehrheit erreicht. Wer ein Gefühl dafür bekommen will, was dieses Wahlergebnis für die Menschen in Ungarn bedeutet, dem lege ich ein Video ans Herz, das meine Kollegin Ebru Taşdemir heute Morgen in unseren Redaktionschannel gepostet hat: Feiernde Ungarinnen und Ungarn auf den Straßen, die „We are the Champions!“ singen. Gänsehaut-Alarm! (Zum Video ➜)
Und falls Sie den Text noch nicht gelesen haben, möchte ich Ihnen auch noch einmal den Bericht von Lisa Erzsa Weil empfehlen. Sie hat schon vor der Wahl berichtet, warum sich vor allem die jungen Menschen von Viktor Orbán abgewandt haben.
Newsletter Endlich Freitag
Placeholder image-5
Sie lesen Endlich Freitag! – der Blick auf den Tag – direkt aus der Freitag-Redaktion. Sie können Endlich Freitag! auch als Newsletter abonnieren. Hier können Sie sich registrieren
Aber es war ja nicht nur Wahl in Ungarn. Schon am Samstag kamen in Islamabad USA und Iran für Verhandlungen zusammen. Lösungen hat es am Ende keine gegeben.Lutz Herden analysiert, JD Vance sei bei den Sondierungen so aufgetreten, als hätten die USA den Krieg gewonnen. Damit ist er gescheitert.
1. Heute wichtig
2. Made My Day
Placeholder image-1
➜ Erste Profi-Trainerin in der Fußball-Bundesliga: Das Wochenende ist auch die Zeit der Trainerentlassungen. Auf die eine Niederlage zu viel folgt die Trennung – und die Ernennung eines Nachfolgers. Ganz ähnlich lief es am Wochenende bei Union Berlin. Mit dem bemerkenswerten Unterschied, dass bis zum Saisonende eine Nachfolgerin ernannt wurde. Damit ist Marie-Louise Eta die erste Bundesliga-Cheftrainerin der Geschichte. Höchste Zeit, könnte man sagen – aber in der Männer-Macker-Welt des Fußballs eben auch nicht selbstverständlich. Umso schöner ist diese Nachricht: gesellschaftlicher Fortschritt ist möglich! Ende der Saison wird Eta dann das Frauen-Bundesligateam der Eisernen übernehmen.
3. Kultur-Tipp
Placeholder image-2
➜ Gut zu hören und zu sehen: Der Berliner Rapper Apsilon hat kürzlich einen neuen Song veröffentlicht: Sommermärchen setzt sich mit der schwer zu ertragenden Gleichzeitigkeit von Sommermärchen-Euphorie der Fußball-WM und den NSU-Morden auseinander – und es schlägt Verbindungen in die Gegenwart. Wie schon bei Baba, einer seiner früheren Singles, sollten Sie sich auch unbedingt das Musikvideo dazu ansehen.
4. Lese-Empfehlung
Placeholder image-3
➜ Als linke Revolte für einen Sommer möglich schien:Vom Berliner Bankenskandal bis Genua 2001 – vor 25 Jahren schien es, als stünden ein neues 1968 und das Ende des Neoliberalismus bevor. Dann sorgte der 11. September für eine Zäsur, die die Welt bis heute prägt. Florian Schmid blickt zurück auf diese besondere Zeit.
Placeholder image-6
⁌
Gegen Ende des Winters 2001 veranstaltete das Berliner Wetter ähnliche Kapriolen wie 25 Jahre später. Im Februar gab es klirrende Kälte, Glatteis, Schneeberge – und Wärmerekorde. Turbulent war aber auch die Berliner Landespolitik. Als Auftakt einer Regierungskrise hatte im Februar Klaus Landowsky den Hut nehmen müssen, CDU-Fraktionsvorsitzender und Chef der Landesbank.
Denn allmählich schienen die Dimensionen des Skandals um diese „politische Bank“ auf: Sie hatte unsachgemäß Kredite vergeben und Immobilienfonds aufgelegt, bei denen sich Investoren „rundum sorglos“ fühlen konnten. Die Risiken trug die öffentliche Hand.
Diese Bürgschaft war auch nötig, denn viele der Häuser, die zu hohen Garantie-Profiten in die Fonds gesteckt wurden, waren nicht einmal vermietet. Eine verantwortungslose, historisch verfrühte Wette auf die Entwicklung der Stadt, die in eine Art Schneeballsystem mündete: Verluste in den bestehenden wurden durch den Verkauf immer neuer Fonds kompensiert. Am Ende konnte ja auf den Landeshaushalt zugegriffen werden.
⁍
Das war’s für heute. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche nach einem äußerst bewegten Wochenende.
Viele Grüße,
Ihr
Benjamin Knödler
Placeholder image-5
Sie lesen Endlich Freitag! – der Blick auf den Tag – direkt aus der Freitag-Redaktion. Sie können Endlich Freitag! auch als Newsletter abonnieren. Hier können Sie sich registrieren.
Placeholder image-4
Hat Ihnen die Ausgabe gefallen oder haben wir etwas vergessen? Dann freuen wir uns über euer Feedback – per Mail an b.knoedler@freitag.de