Hat in Gaza ein Ökozid stattgefunden? Erleben wir in den USA gerade das Heraufziehen des Faschismus‘ wie aus dem Lehrbuch, wie Yanis Varoufakis meint? Und wie abhängig ist Europa von den USA? Der „Freitag“-Blick auf den Tag
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herzlich willkommen zu Endlich Freitag! Ich bin Michael Angele, leitender Redakteur im Debatten-Ressort des Freitag und schreibe künftig die Freitagsausgabe dieses Newsletters.
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Kein Thema hat uns noch vor wenigen Monaten in der Redaktion so beschäftigt wie der Gaza-Krieg. Natürlich hatten wir das nicht exklusiv, es war das Thema, das zu Recht in den Medien ganz oben stand.
Das hat sich geändert. In Bann schlägt in letzter Zeit alles, was mit Trump zu tun hat. Auch wir beim Freitag unterliegen in der Auswahl unserer Themen diesen Aufmerksamkeitszyklen, wie sollte es auch anders sein. Umso wichtiger ist es, Gaza nicht zu vergessen. Denn auch nach dem Waffenstillstand ist dort nichts gut. Die Menschen, die überlebt haben, sind in einem täglichen Überlebenskampf gefangen. Es braucht wenig Vorstellungskraft, dass sie dabei in einer völlig zerstörten Umwelt agieren müssen. 60 Millionen Tonnen Trümmer, die hochgradig mit Blindgängern, Chemikalien und Asbest belastet sind, sind nur ein Fall der gigantischen Umweltschäden im Küstenstreifen.
Diskutiert wird deshalb, ob im Gaza ein „Ökozid“ stattgefunden hat. Das ist anders als Genozid bisher kein anerkannter, internationaler Straftatbestand, schreibt Marisa Becker in ihrem Beitrag. Wer ihn gelesen hat, wird sagen müssen: Ein Verbrechen ist es allemal.
1. Heute wichtig
2. Made My Day
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➜ „Alle reden vom Wetter. Wir nicht“ lautete der Werbespruch der Deutschen Bahn 1966. Seither wurde er oft kopiert und abgewandelt. Legendär etwa das Plakat des SDS mit den Köpfen von Marx, Engels und Lenin. Bekannt auch die Abwandlung der Grünen im Wahlkampf 1990 „Alle reden von Deutschland. Wir vom Wetter“. Der Spruch ist ziemlich breitgetreten. Dennoch will ich ihm noch eine Variante hinzufügen. „Alle reden vom Wetter. Ich auch.“ Während ich das hier schreibe, schneit es. Wie schön!
Und sollte es bei Ihnen gerade nicht schneien, empfehle ich Ihnen den Werbespot der Bahn. Der erzeugt nicht nur Winterstimmung, sondern ist auch das Zeugnis einer Zeit, in der man bei der Bahn noch selbstbewusst sein konnte.
3. Kultur-Tipp
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➜ Gut zu sehen: Das Dschungelcamp 2026. Okay, okay, bevor jetzt jemand sagt, was schaut er denn da für einen Mist, sage ich: Ich schaue es gar nicht! Aber ich informiere mich (auch weil ich wissen will, wie Gil Ofraim sich schlägt). Und zwar nicht aus den Boulevardmedien, die praktisch im Minutentakt neue „Meldungen“ heraushauen, sondern in der Jüdischen Allgemeinen, wo der Sportreporter und frühere Freitag-Mitarbeiter Martin Krauß die Reality-Show mit viel Menschenfreundlichkeit begleitet.
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4. Lese-Empfehlung
➜ Wie abhängig sind wir von den USA? Sehr abhängig, findet Ingmar Solty. Und das betrifft längst nicht nur die Flüssiggaslieferungen für die LNGs oder die Macht der US-Notenbank. Hier ein Auszug aus seinem Text:
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„Die Grönlandkrise ist für die Europäer ein Schock. Sie erkennen, dass die USA nicht länger der „wohlwollende Hegemon“ sein wollen, als den manche sie sahen. Der Schock wird darum aber auch zum Moment der Wahrheit im Hinblick auf die brisante Abhängigkeit der Europäer und namentlich Deutschlands von den USA. Diese Abhängigkeit ist vieldimensional.
Sie ist eine energiepolitische Abhängigkeit. Das Ziel, sich von russischem Gas unabhängig zu machen, hat – einschließlich der schulterzuckenden Hinnahme der wohl mit staatsterroristischer Unterstützung durchgeführten Anschläge auf die strategische Energieinfrastruktur von Nord Stream – bloß in eine neue energiepolitische Abhängigkeit geführt: von den USA und ihrer Infrastruktur für LNG-Lieferungen.“
Feedback
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Können Sie dem Dschungelcamp irgendetwas Gutes abgewinnen? Würde mich echt interessieren – per Mail anm.angele@freitag.de
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieser Ausgabe. Redaktionsschluss für diesen Daily war Freitag, 30.01.2026 um 12:45 Uhr. Ich gehe jetzt raus in den Schnee, in Gedanken auch bei den Menschen in der Ukraine, denen ich wünsche, dass sie wenigstens in der schlimmsten Kälte von den Angriffen verschont bleiben. Sie können uns am Montag wieder lesen.
Viele Grüße,
Ihr
Michael Angele
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Können Sie dem Dschungelcamp irgendetwas Gutes abgewinnen? Würde mich echt interessieren – per Mail anm.angele@freitag.de