Das Interesse an Saïd El Mala ist trotz des Absturzes des 1. FC Köln groß. Nun hat die Seite des Top-Talents einem Verein das „Go“ für einen Transfer gegeben. El Malas Bruder spielt bei der Auswahl eine entscheidende Rolle.
Mit seinem Tor in Hamburg schenkte Saïd El Mala dem Kölner Trainer Lukas Kwasniok ein Endspiel. Samstag (15.30 Uhr/Sky und im WELT-Liveticker) geht es im Keller-Derby gegen Gladbach um Kwasnioks Job beim FC. Nur ein Sieg rettet ihn. „Es liegt in der Natur der Sache, dass wir auch mal wieder ein Fußballspiel gewinnen müssen“, stellt Sportchef Thomas Kessler unmissverständlich klar.
„Sport Bild“ hatte bereits vor zwei Wochen enthüllt, dass aus den drei Spielen vor der Länderspielpause gegen Dortmund (1:2), beim HSV (1:1) und gegen Gladbach mindestens vier Punkte vom Trainer erwartet werden. Durch das Tor von El Mala in Hamburg kann er diese Vorgabe noch erreichen. Der FC steht auf Rang 14, hat einen Punkt Vorsprung auf St. Pauli auf Relegationsplatz 16. Von den vergangenen 17 Spielen gewann Köln nur zwei.
Dem Interesse an El Mala schadet der FC-Absturz nicht, weil der Shootingstar liefert. Gegen den HSV erzielte der deutsche U21-Nationalspieler sein neuntes Saisontor. Ein Wechsel rückt näher. Nach Informationen von „Sport Bild“ haben die Eltern, die die Beratung ihrer Söhne Saïd (19) und Malek (20) kürzlich übernommen und sich von der Agentur Footfeel getrennt haben, Premier-League-Klub Brighton ihr „Go“ für einen Transfer gegeben.
Das bedeutet, dass die Engländer nun kurzfristig zum Abschluss kommen wollen. Im Januar waren sie noch mit einem schriftlichen Angebot über bis zu 30 Millionen Euro Ablöse abgeblitzt. Die Brighton-Manager haben den Kontakt zum FC wieder aufgenommen und wollen den Deal schnell abwickeln. In Köln ist neben Sportchef Kessler jetzt auch der neue Direktor für die Kaderplanung, Tim Steidten, involviert. Der wurde in der vergangenen Woche verpflichtet.
El Mala könnte in Brighton rund 20 Millionen Euro kassieren
Steidten arbeitete zuvor für Werder Bremen, Bayer Leverkusen und West Ham United. Durch seine Erfahrung beim Londoner Klub kennt er sich mit den Verhandlungstaktiken englischer Vereine aus. Brighton soll bereit sein, sein Angebot merklich zu erhöhen. Gut möglich scheint eine Fix-Summe von rund 35 Millionen Euro plus Boni und einer Beteiligung im Falle des Weiterverkaufs von Saïd El Mala.
Die Spieler-Seite soll mit den angebotenen Konditionen grundsätzlich einverstanden sein. Kölns Jungstar könnte bei Brighton in den nächsten fünf Jahren rund 20 Millionen Euro kassieren – inklusive Sonderzahlungen. Das Gehalt soll gestaffelt nach Einsätzen noch steigen. Brighton ist bisher der einzige Verein, der auch El Malas Bruder Malek verpflichten will, der beim FC in der U21 spielt. Andere Klubs wie u. a. Chelsea und Newcastle bemühen sich ausschließlich um Saïd.
Für den FC geht es neben der Ablöse um das richtige Timing. Die einflussreichen Kölner Fans werden von einem frühzeitigen El-Mala-Transfer wahrscheinlich nicht begeistert sein. Allerdings bringt dem FC eine schnelle Entscheidung Planungssicherheit. Mit der Einnahme könnte Kessler die Kaufoptionen für den Großteil seiner sechs Leihspieler (Kaminski, Krauß, Simpson-Pusey, Lund, Özkacar, Chávez) bedienen und weitere Verstärkungen verpflichten. Köln steht trotzdem nicht unter dem Druck, das nächste Angebot annehmen zu müssen.
Für El Mala wäre eine schnelle Klärung womöglich ein Vorteil. Er würde sich nicht länger mit Klubs und Millionen-Gagen beschäftigen, sondern könnte sich allein auf den Klassenerhalt mit Köln konzentrieren.
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in „Sport Bild“ veröffentlicht.
Source: welt.de