Die Pfirsichblüte rund um die Stadt Veria verwandelt Landschaften in ein spektakuläres Frühlingspanorama. Das Naturschauspiel beschert der gesamten Region einen Aufschwung – und Besucher.
Der Anblick ist bezaubernd. „Man muss das mindestens einmal im Leben gesehen haben“, sagt Gianna Pilitsidou. Dass sie das als Präsidentin des Tourismusverbands in der nordgriechischen Stadt Veria nicht anders sagen kann, ist klar.
Aber wenn im Frühling ein rosafarbener Schleier die Ebenen von Griechenlands größtem Pfirsichanbaugebiet nahe Veria überzieht, dann ist das Naturschauspiel wirklich spektakulär – vergleichbar vielleicht mit der Lavendelblüte in der Provence oder der Toskana etwas später im Jahr.
Wenn die Obstbäume reihenweise zu blühen beginnen, erstrahle die gesamte Ebene auf über 170 Quadratkilometern vollständig in Rosa, sagt Pilitsidou. Seit einigen Jahren organisiert ihr Verband in den Plantagen Veranstaltungen, um den Frühlingsbeginn zu feiern: Fotoaktionen, Radtouren und den Verkauf regionaler Produkte. Die Besucher kommen zuhauf, aus Griechenland, zunehmend aber auch aus dem übrigen Europa.
„Jedes Jahr begrüßen wir den Frühling mit Festen auf den Feldern und laden die Menschen ein, uns zu besuchen und dieses Naturschauspiel zu erleben“, erklärt Pilitsidou. An zwei Wochenenden schlenderten in diesem Jahr bereits Tausende Besucher durch die blühenden Reihen rund um Veria, 72 Kilometer westlich von Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands.
Anstieg der Besucherzahlen
„Ich möchte, dass die Menschen in Holland und Belgien entdecken, welch fantastische Orte es neben all den bekannten Reisezielen noch gibt“, sagt der niederländische Blogger Wesley van Eijk, der durch Griechenland reist. „Zum Beispiel Veria. Immer mehr Menschen lernen es kennen, aber man muss es selbst erleben.“
Daran arbeiten die Tourismusbeauftragten und die Pfirsichbauern der Region. „All das bedeutet viel harte Arbeit – viel Einsatz von uns Bauern“, sagt der Präsident des örtlichen Bauernverbands, Anastasios Chalkidis. „Wir freuen uns sehr über dieses schöne Ereignis.“ Er ist sich bewusst, dass die Pfirsichbaumblüte die Region bewirbt – und das erfolgreich.
Die Pfirsiche haben der Region einen enormen Aufschwung beschert. Hotels berichten von einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen. „Ich bin extra aus Deutschland angereist, um die Pfirsichblüte zu bewundern, die ich über alles liebe“, sagt Touristin Andrea Lachnit. Was sie vor Ort aber erlebe, habe sie so „noch nie zuvor gesehen“.
Der einzige Nachteil: Schon im April ist der ganze Blütenzauber in der Region Veria wieder dahin. Aber der nächste Frühling kommt bestimmt.
Tipps und Informationen:
Anreise: Aegean Air und Lufthansa fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen aus, zum Beispiel Berlin und Frankfurt, regelmäßig nonstop nach Thessaloniki. Weiter mit dem Mietauto in rund einer Stunde in die Region. In der Stadt Veria gibt es Bike-Sharing (veria.easybike.gr).
Alternative Spanien: Auch um das Dorf Aitona im spanischen Katalonien blühen über weite Flächen im Frühjahr Pfirsichbäume und andere Obstbäume. Die Region hat sich dem „Fuchttourimus“ verschrieben und bietet auch zur Pfirsichernte Aktivitäten (fruiturisme.info/en/tastaitona). In Februar und März wird im spanischen Cieza in der Region Murcia neben der Pfirsich- auch die Mandel-, Nektarinen-, Aprikosen- und Pflaumenblüte gefeiert, Touren während der „Floración de Cieza“ stehen auf dem Programm (floraciondecieza.com/en); bis Ende Mai blühen im benachbarten Ricote-Tal die Orangenbäume (turismoregiondemurcia.es/es/floracion_azahar).
Auskunft: Infos unter anderem zu Hotels oder Highlights in Veria: en.discoververia.gr
AP/srw
Source: welt.de