Ehemaliger Prinz Andrew: Andrew Mountbatten Windsor ist wieder gen freiem Fuß

Andrew Mountbatten Windsor ist wieder auf freiem Fuß. Die Polizei teilte mit, der am Morgen festgenommene „Mann in den Sechzigern aus Norfolk“ sei wieder frei. Mit derselben Formulierung hatten die Behörden zuvor die Festnahme des früheren Prinz Andrew mitgeteilt, ohne ihn beim Namen zu nennen. Die Ermittlungen dauern laut Polizei jedoch an. 

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verließ Mountbatten Windsor die Polizeiwache von Aylsham in einem Fahrzeug. Der Sender BBC und britische Zeitungen zeigten Aufnahme von ihm, wie er auf dem Rücksitz eines Autos saß. Die Polizei teilte mit, der festgenommene Mann sei „unter Auflagen wieder freigelassen“ worden. Zuvor hieß es, bei der Festnahme gehe es um den Verdacht auf Amtsmissbrauch. Aylsham liegt etwa 60 Kilometer von dem Anwesen der königlichen Familie in Sandringham entfernt.

„Durchsuchungen in Norfolk nun abgeschlossen“

„Wir können außerdem bestätigen, dass unsere Durchsuchungen in Norfolk
nun abgeschlossen sind“, teilte die Polizei mit.
Nähere Angaben zu den Ermittlungen machten die Beamten zunächst nicht.

Hintergrund sind die Kontakte des früheren Prinzen zu dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Der 66-jährige Mountbatten Windsor wird verdächtigt,
in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den
2019 gestorbenen Epstein weitergeleitet zu haben. Mountbatten Windsor hat sich dazu bislang nicht geäußert. Mutmaßliche Sexualdelikte
werden in den offiziellen Angaben zur Festnahme nicht erwähnt.

Die Festnahme folgte auf die Veröffentlichung weiterer Dokumente aus den Ermittlungsakten zu Epstein durch das US-Justizministerium. Britische Medien hatten darin E-Mails entdeckt, die nahelegen,
dass Mountbatten Windsor Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und
Singapur an Epstein weitergeleitet hat. Epstein hatte mit der Verwaltung
und Anlage von Geld anderer Menschen ein Vermögen angehäuft. 

Laut einem BBC-Bericht gab Mountbatten Windsor Epstein zudem Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten, die er auf seiner Reise gesammelt hatte. Er sei bei der Reise auch von Geschäftspartnern Epsteins begleitet worden. Mountbatten Windsor war von 2001 bis 2011 britischer Handelsgesandter. Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet. Bei Fehlverhalten im öffentlichen Amt droht in Großbritannien nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebenslange Haft.

„Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“

Nach der Festnahme Mountbatten Windsors gatte König Charles III. mitgeteilt, er habe
mit der „tiefsten Sorge“ die Nachricht über die Beschuldigungen gegen Andrew
zur Kenntnis genommen. „Lassen Sie mich ganz klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“, fügte er hinzu.

Wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal hatte Andrew bereits alle Ehren, militärischen Ränge und Titel verloren. Auch aus seinem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor musste er ausziehen.

Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben – auch, als sie noch minderjährig war. Diese Vorwürfe bestreitet Mountbatten Windsor.

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