Es klingt verführerisch. Mit Silber ließ sich im zurückliegenden Jahr dreimal so viel verdienen wie mit Gold. Und die Aussichten sind nicht schlecht. Fast alle Indikatoren deuten darauf hin, dass Silber auch in diesem Jahr ein ertragreiches Investment sein wird. Doch ein Wort der Mahnung an Investoren, die jetzt schon darüber nachdenken, im Portfolio die einen Barren gegen die anderen zu tauschen.
Gold ist eine klassische Geldanlage, ein sicherer Hafen. Fallen die Zinsen, kommt es zu geopolitischen Krisen, dann steigt der Goldpreis – untechnisch formuliert. Bei Silber ist das anders. Es ist zwar ein Edelmetall, aber eben auch ein Industriemetall. Hier müssen Anleger eine Vielzahl von Faktoren wie den Bedarf in verschiedenen Branchen berücksichtigen. Hinzu kommen politische Interventionen wie Exportbeschränkungen – zu den größten Förderländern zählen auch China und Russland.
Zudem ist der Silberpreis hoch volatil und mitnichten an den Goldpreis gekoppelt. Was für Silber gilt, gilt für andere Industriemetalle, etwa Kupfer, umso mehr. Auch bei Kupfer steigt der Preis gerade deutlich. Das Metall, das vor allem in Kabeln und Leitungen zum Einsatz kommt, ist erstmals mehr als 13.000 Dollar je Tonne wert und hat sich seit November um 20 Prozent verteuert. Noch weniger als Silber eignet sich Kupfer aber zur spekulativen Geldanlage. Die Zusammenhänge der Preisbildung sind noch komplexer und nichts für Anfänger.
Source: faz.net