Gegen einen weiteren Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke in Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben der Polizei etwa 7.000 Menschen demonstriert. Höcke hielt am Abend auf Einladung des örtlichen AfD-Kreisverbands eine Rede im Düsseldorfer Stadtteil Garath.
Kurz vor einem möglicherweise wichtigen Landesparteitag der nordrhein-westfälischen Alternative für Deutschland reist Björn Höcke derzeit durch das Bundesland. Im Landesverband zeichnet sich ein Machtkampf ab: Der amtierende Landesvorsitzende Martin Vincentz, der als vergleichsweise moderat gilt, wird von zwei Gegenkandidaten herausgefordert. Diese werden vor allem vom rechten Parteiflügel unterstützt.
Jacques Tilly steuert Karnevalswagen bei
Gegen den Auftritt hatten drei Bündnisse bei der Polizei Protestaktionen angemeldet. Bei der
ersten Demo unter dem Motto Garath tolerant und weltoffen seien
schätzungsweise 3.000 Menschen losgelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Später begann die Aktion Düsseldorf stellt sich quer, bei der die
Polizei zunächst von 4.000 Teilnehmern sprach. Eine weitere Demo war ebenfalls geplant.
Eine Gruppe von Demonstranten versuchte laut Polizei, in unmittelbarer Nähe des
AfD-Veranstaltungsortes eine Absperrung zu durchbrechen. Das
sei ihnen nicht gelungen. Es sei niemand verletzt worden. In der Nähe wurde auch ein Anti-AfD-Wagen des Düsseldorfer Karnevalswagenbauers Jacques Tilly aufgefahren. Die Plastik stellte einen großen Fisch mit der Aufschrift „Wir sind mehr!“ dar, der einen kleineren mit der
Aufschrift „Wir sind das Volk!“ frisst.
Die Demonstrierenden skandierten etwa: „Gegen
den Faschismus“. Transparente und Plakate zeigten Botschaften wie „Wir alle sind
die wehrhafte Demokratie“, „Rote Karte für Nazis“ oder „Lebe so, dass
die AfD etwas dagegen hat“.
Proteste in Dortmund
Schon am Wochenende hatte es bei einer Veranstaltung mit Höcke in Dortmund Proteste mit mehreren Tausend Teilnehmern gegeben. Sowohl in Düsseldorf als auch in Dortmund scheiterten Versuche, Höckes Auftritt zu verhindern. Im Düsseldorfer Rat gab es Zweifel, ob ein gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und den Grünen dazu rechtskonform sei.
Der 53-jährige Höcke ist zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen
Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt worden. Die von ihm geführte
Thüringer AfD wird vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert
rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.