Druck gen Iran: Trumps Strafzoll wegen Iranhandel träfe ebenso Deutschland

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat alle Länder, die noch mit Iran handeln, mit einem sofortigen Strafzoll auf ihre Einfuhr in die Vereinigten Staaten von 25 Prozent belegt. Das kündigte Trump auf seinem Onlinedienst „Truth Social“ an. Ein entsprechendes Dekret Trumps wurde vom Weißen Haus zunächst nicht veröffentlicht. Ökonomen sind erstaunt über die Ankündigung Trumps und hinterfragen, wie weit er diese durchsetzen wolle. „Iran handelt mit sehr vielen Ländern jeweils sehr wenig“, sagte Julian Hinz vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel der F.A.Z.

Im Jahr 2022 handelte Iran nach Angaben der Weltbank mit mehr als 140 Ländern. Zu den wichtigen Handelspartnern zählen China, Vereinigte Arabische Emirate, Türkei, Indien, Russland und Irak, aber auch Deutschland. All diese Länder müsste Trump mit dem Zoll belegen, wollte er seine Ankündigung wahr machen.

Iran ist sehr reich an Öl- und Gasvorkommen, wobei vor allem die Gasfelder wenig erschlossen sind. Wichtigstes Exportprodukt ist Öl. China ist mit mehr als 80 Prozent der wichtigste Abnehmer von Öl und Gas. Reich ist Iran auch an mineralischen, nur begrenzt erschlossenen Bodenschätzen von Zink über Kupfer, Eisenerz und Blei bis zu Strontium. Im Zusammenhang mit Seltenen Erden wird das Land üblicherweise nicht genannt.

Trumps zweiter Versuch mit Sekundärzöllen

Es ist das zweite Mal, dass Trump versucht, mit Sekundärzöllen politische Ziele durchzusetzen. Im vergangenen Sommer drohte der amerikanische Präsident Ländern, die noch Öl aus Russland kauften, mit einem Einfuhrzoll von 100 Prozent. Letztlich blieb es bei einem amerikanischen Strafzoll von 25 Prozent auf Waren aus Indien, der heute noch gilt. „Seither hat man von solchen Sekundärzöllen Amerikas nichts mehr gehört“, sagt Hinz.

Im deutschen Außenhandel spielt Iran schon seit Jahren keine große Rolle und hat zuletzt noch an Bedeutung verloren. In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres brach die deutsche Warenausfuhr nach Iran um 25 Prozent auf knapp 800 Millionen Euro ein, auch als Folge der neuen Sanktionen im vergangenen Jahr. Der Anteil des Landes an der gesamten deutschen Warenausfuhr beträgt weniger als 0,1 Prozent. In Gegenrichtung schickten iranische Unternehmen in dem Zeitraum Waren für rund 200 Millionen Euro nach Deutschland. Alle 27 Staaten der Europäischen Union handelten im Jahr 2024 mit Iran. Insgesamt wurden Waren im Wert von 3,7 Milliarden Euro geliefert, Deutschland trug 37 Prozent dazu bei.

Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Iran im Jahr 2024 waren Maschinen, Pharmaprodukte und optische Erzeugnisse. Aus Iran bezog Deutschland vor allem Obst und Fleisch, aber auch Pharmaerzeugnisse und Teppiche. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer machte ihre Zweigstelle in Iran schon 2022 dicht. Den Sanktionen und der schwindenden Bedeutung des Landes ist geschuldet, dass Analysen über die Handelsaussichten kaum noch zu erlangen sind.

Iran verzwergt in der Weltwirtschaft

Nach Jahrzehnten der Herrschaft des Mullah-Regimes und der Sanktionen ist das Land ökonomisch verzwergt. 1990 trug Iran noch drei Prozent zur Weltwirtschaft bei. Zuletzt erwirtschafteten die Iraner ein Bruttoinlandsprodukt, das nach Angaben des Internationalen Währungsfonds rund 0,3 Prozent der globalen Erzeugung ausmacht. Eine kurze Hoffnung nach 2015, dass mit einer gewissen politischen Entspannung der Handel mit Iran wieder wachsen könne, erfüllte sich nicht.

„Iran ist eine rohstoffbasierte Wirtschaft und durch die Sanktionen auch dazu geworden“, sagte Hinz. Der Großteil des Exports von Öl und Gas gehe nach China. Sollte China darauf verzichten, um Trumps Sekundärzöllen auszuweichen, könnte es zu indirekten Effekten auf den globalen Energiemärkten kommen. Mit 209 Milliarden Barrel Öl (zu 159 Litern) hält Iran nach Angaben der „US Energy Information Administration“ die drittgrößten bekannten Ölreserven auf der Welt, nach Venezuela und Saudi-Arabien. Mit bekannten Reserven von 1200 Billionen Kubikmetern Gas rangiert Iran nach Russland auf Rang zwei.

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