Droht Bodeneinsatz im Iran?: USA verlegen Marineinfanterie in den Nahen Osten

Droht Bodeneinsatz im Iran?USA verlegen Marineinfanterie in den Nahen Osten

13.03.2026, 22:42 Uhr

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US-Marines während einer Übung in Südkorea. (Foto: picture alliance / Matrix Images)

Die USA stocken ihre Kräfte im Nahen Osten weiter auf. Unter anderem verlegt Washington die „USS Tripoli“ von Japan ins Kriegsgebiet. An Bord des Schiffes befinden sich auch Marines. Mit den Verstärkungen wäre die Trump-Regierung in der Lage, Bodeneinsätze durchzuführen.

Rund zwei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs entsendet die US-Armee laut übereinstimmenden Medienberichten Marineinfanteristen, weitere Kriegsschiffe und F-35-Kampfflugzeuge in den Nahen und Mittleren Osten. Wie die „New York Times“ berichtete, befinden sich bereits drei Schiffe und 2500 US-Marines auf dem Weg in die Region. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf drei US-Beamte, das zuvor in Japan stationierte amphibische Angriffsschiff „USS Tripoli“ mit einer Expeditionseinheit der Marines an Bord sei auf dem Weg in den Nahen Osten.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge wurden die zusätzlichen Marines vom für den Nahen Osten zuständigen US-Regionalkommando Centcom angefordert und ihre Entsendung von Verteidigungsminister Pete Hegseth gebilligt. Demnach befinden sich bereits Marines in der Region, um das militärische Vorgehen gegen den Iran zu unterstützen. Die Marineinfanteristen wären laut „Axios“ in der Lage, falls gewollt Bodeneinsätze durchzuführen.

Beobachter spekulieren bereits seit einigen Tagen über einen Bodenangriff auf die Insel Kharg im Persischen Golf. Das 20 Quadratkilometer große Eiland ist Irans wichtigste Ölhafen, von dem aus das Land weiterhin versucht, Ölexporte mit Hilfe von illegalen Tankern zu verschiffen. „Die Eroberung der Insel Kharg würde dem Regime eine wichtige Finanzierungsquelle für die Kontrolle der Bevölkerung entziehen“, wird der ehemalige Pentagon-Berater Michael Rubin von Politico zitiert. Schon im Januar erklärte der Nahostexperte in einem Text die Eroberung der Insel zum „ultimativen Schachzug gegen den Iran“.

Auch Keith Kellogg, der ehemalige US-Sonderbeauftragte für die Ukraine und ehemalige Nationale Sicherheitsberater, hält Kharg für ein mögliches Ziel der Amerikaner im Krieg gegen den Iran. „Die eigenen Truppen lassen sich bei solch einer Landeoperation gut schützen. Besetzt man Kharg, trifft man die Iraner wirtschaftlich hart“, sagte Kellogg dem TV-Sender Al Arabiya.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

Source: n-tv.de