Drohnenflüge: Dänischer Geheimdienst wirft Russland hybriden Krieg gegen Westen vor

Nach wiederholten Drohnenvorfällen in Dänemark ist der dänische Geheimdienst zu der Einschätzung gekommen, dass Russland aktuell einen hybriden Krieg gegen Dänemark und den Westen führt. Das sagte der Chef des dänischen Auslandsnachrichtendienstes FE, Thomas Ahrenkiel, bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. 

Russland will Ahrenkiel zufolge Unsicherheit und Spaltung zwischen den Nato-Verbündeten erzeugen. Man solle aufhören, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zu unterstützen. 

Bisher liegen keine Beweise vor

Aktuell ist weiterhin unklar, wer genau hinter den Drohnenflügen über Flughäfen und kritischer Infrastruktur steckt. Es besteht die Vermutung, dass Russland darin involviert sein könnte. Die Anschuldigungen hat die russische Regierung bisher zurückgewiesen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen gehen laut Ahrenkiel weiter. 

Hybride Kriegsführung bedeutet, dass militärische und nicht militärische Mittel kombiniert werden. Zu den militärischen Mitteln zählen zum Beispiel Drohneneinsätze. Unter nicht militärische Mittel fallen unter anderem Desinformation und Propaganda in sozialen Netzwerken, Cyberattacken sowie politische Einflussnahme und Unterstützung von Oppositionsgruppen, um Gesellschaften zu destabilisieren. 

Dänemark geht nicht von militärischem Angriff aus

Der FE schrieb in einer Bedrohungsbewertung, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die hybride Bedrohung Russlands gegen die Nato in den kommenden Jahren weiter steigen werde. Moskau versuche so, die politische Einheit und Beschlusskraft in den Nato-Ländern zu schwächen. 

„Russland will uns glauben machen, dass es eine unmittelbare Kriegsgefahr gibt“, sagte Ahrenkiel. „Sie wollen gerne, dass wir mit dieser Angst leben.“ Man geht laut Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen aber davon aus, dass Russland keinen regulären militärischen Angriff verüben wird. 

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