Kolumbien hat eine Entscheidung über den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA rückgängig gemacht. Es soll weiter eine Zusammenarbeit mit der US-Bundespolizei FBI, der Drogenbekämpfungsbehörde DEA und der Einheit zur Bekämpfung transnationaler Verbrechen (HSI) geben, wie die kolumbianische Regierung mitteilte.
„Es gab eine Fehlinterpretation seitens der kolumbianischen Presse und einiger hoher Regierungsbeamter“, schrieb der kolumbianische Innenminister Armando Benedetti auf X. Demnach habe Kolumbiens Präsident Gustavo Petro „nie gesagt, dass die US-Behörden FBI, DEA und HSI nicht mehr mit unseren Geheimdiensten in Kolumbien zusammenarbeiten werden“.
Benedetti bezog sich auf eine Äußerung Petros vom Dienstag. Der kolumbianische Präsident hatte auf X mitgeteilt, er habe „die Aussetzung der Übermittlung von Mitteilungen und von anderen Interaktionen mit den US-Sicherheitsbehörden“ angeordnet.
Drogenbanden könnten von fehlender Zusammenarbeit profitieren
Die Herstellung von Kokain in Kolumbien erreichte zuletzt Höchstwerte, und die USA gelten als Verbündeter des Landes im Kampf gegen den Drogenhandel. Eine
mögliche Einstellung der Zusammenarbeit mit den USA bezeichneten die
Opposition und die Armee in Kolumbien als absurd.
Experten sind der
Ansicht, ein Ende der Geheimdienstzusammenarbeit beider Länder käme den
bewaffneten Drogenbanden in Kolumbien zugute. Für die USA könnte das
ein Rückschlag sein, wenn dadurch wieder mehr Drogen die USA erreichten. Das Land ist der weltweit größte Zielmarkt für illegale Drogen.
Trump belegt Petro mit Sanktionen
Hintergrund des angeblichen Missverständnisses sind zunehmende Spannungen zwischen Kolumbien und den USA seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Dessen Regierung hat Kriegsschiffe in die Karibik entsandt und greift dort regelmäßig angebliche Drogenschmugglerboote an. Mindestens 76 Menschen sollen bei den Angriffen getötet worden sein. Petro sprach von „außergerichtlichen Hinrichtungen“. Zuvor hatte der Kolumbianer die US-Regierung mit Kritik an ihrer Einwanderungspolitik verärgert.
Trump wiederum verhängte Ende Oktober Sanktionen gegen Petro. Belege für etwaige Vergehen des linksgerichteten kolumbianischen Präsidenten legte Trump nicht vor. Er behauptete lediglich, Petro sei ein „Gangster und übler Kerl“ und in den Drogenhandel verwickelt.