Es markiert das Scheitern des europäischen Entgegenkommens: Donald Trump hat die erpresserische Forderung gestellt, die Nato-Alliierten sollten ihm gefälligst helfen, die Straße von Hormus zu sichern – sonst sähen sie „einer sehr schlechten Zukunft entgegen“. Ein Jahr lang haben die europäischen Nato-Alliierten versucht, den US-Präsidenten mit Unterwürfigkeit zu besänftigen. Es hat nichts gebracht.
Denn diese neueste Drohung zeigt, dass Trump durch Beschwichtigungen nicht eingehegt wird. Der Präsident hat sich – auch gegen die Warnungen seiner Generäle – in einen Krieg begeben, aus dem er kaum noch unbeschadet herauskommen kann. Die Alliierten, die er jetzt ruft, wurden zuvor nicht konsultiert. Sie tragen die Konsequenzen in Form steigender Energiepreise. Der eskalierende Krieg im Nahen Osten schadet zudem der Ukraine und nützt dem Gegner Russland. Trump hat zwischenzeitlich die Sanktionen gegen russische Ölexporte gelockert, um die Energiemärkte zu beruhigen.