Digitale Auszeit: Tschüss, Wahnsinn. Hallo, Wildnis!

Sobald der Bus im nordschwedischen Ritsem ankommt, schalte
ich mein Smartphone aus. Nicht stumm. Aus. Es wird wasserdicht verpackt und im
Rucksack verstaut. Für die nächsten drei oder vier Wochen bin ich nicht mehr
erreichbar. In der als „Fjällstation“ bezeichneten Herberge dieser kleinen
Wildnis-Ansiedlung – 180 Kilometer vom städtischen Gällivare entfernt – beginne
ich, in eine andere Lebenswelt einzutauchen. Von früheren Wildnisaufenthalten
im hohen Norden weiß ich: Ich werde meinen Offline-Status nicht bereuen. Nicht
einen Moment lang. Immerhin gewinne ich dafür einen wertvollen und selten
gewordenen Zustand: Das Leben in Stille – wo nichts geschieht und niemand etwas
wissen will.

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