Erst Nvidia, dann AMD, jetzt Broadcom: Open AI, der Entwickler des mit Künstlicher Intelligenz arbeitenden Programms ChatGPT, hat eine weitere Allianz mit einem bedeutenden Chipentwickler verkündet. Das nun vereinbarte Bündnis mit Broadcom unterschiedet sich insofern von bisherigen Kooperationen, weil Open AI dabei die Chips selbst mitentwickeln will. Wie das Unternehmen sagte, könne es damit seine Erkenntnisse aus der Entwicklung von KI-Systemen in die Entwicklung von Hardware einfließen lassen und „neue Stufen von Leistungsfähigkeit“ erreichen.
Der Aktienkurs von Broadcom stieg am Montag um fast 10 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen Dollar gehört Broadcom zu den am höchsten bewerteten Chipspezialisten der Welt. Nvidia, der bislang dominierende Anbieter von KI-Chips, ist mit fast 4,6 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt. Sowohl Broadcom als auch Nvidia konzentrieren sich auf die Entwicklung von Chips, für die Produktion greifen sie auf Auftragshersteller zurück.
Über eine Allianz zwischen Open AI und Broadcom ist in den vergangenen Wochen schon spekuliert worden. Das Bündnis ist der Mitteilung zufolge auf mehrere Jahre angelegt, die ersten gemeinsam entwickelten Chips sollen in der zweiten Hälfte 2026 installiert werden. Insgesamt sollen im Rahmen der Partnerschaft Rechenzentren mit einer Leistung von zehn Gigawatt entstehen.
Open AI baut Partnernetzwerk aus
Open AI hat in den vergangenen Wochen schon Partnerschaften mit Nvidia und AMD angekündigt, die auf den Ausbau der KI-Infrastruktur abzielen. Im Falle von Nvidia war ebenfalls von zehn Gigawatt die Rede, bei AMD sind es sechs Gigawatt. Dies erfordert gewaltige Summen. Nvidia-Vorstandschef Jensen Huang hat gesagt, der Aufbau eines Gigawatts an Rechenkapazität koste zwischen 50 Milliarden und 60 Milliarden Dollar.
Im Falle von Nvidia und AMD sollen die Kooperationen mit Open AI auch mit einer Kapitalverflechtung einhergehen. Nvidia will bis zu 100 Milliarden Dollar in Open AI investieren und damit eine schon bestehende Beteiligung deutlich ausweiten. Im Falle von AMD sind die Vorzeichen umgekehrt. Hier ist die Transaktion so strukturiert, dass Open AI einen Anteil von bis zu zehn Prozent an AMD bekommen könnte. Mit Blick auf die Allianz mit Broadcom war am Montag nicht von einer Beteiligung die Rede.