Deutschlands KI-Strategie: Was man von den KI-Superstars aus den USA lernen kann

Es
ist die deutsche Botschaft an die Welt. „Wir haben verstanden“, rief Friedrich Merz
der globalen Business-Elite vergangenen Donnerstag in Davos zu. Die Deutschen wüssten
jetzt, wie ihr Land wieder stark wird, sollte das heißen. „Und wir setzen es um“,
so der zweite Kernsatz des Bundeskanzlers.

Klingt
ziemlich gut. Doch wie groß die Herausforderung, wie weit der Weg ist von der Dauerstagnation
zum sich selbst verstärkenden Wachstum, das wurde auf dem Treffen des World Economic
Forum vor allem bei dem Thema klar, das mehr als jedes andere über den künftigen
Wohlstand entscheidet: künstliche Intelligenz.

Alle
Superstars der KI waren in den Schweizer Bergen zur Stelle. Von Microsoft über Google
bis Anthropic, von Nvidia über Tesla bis zur deutschen SAP. Wie ein Mosaik fügen
sich ihre Worte zusammen zu dem, was für die Deutschen und Europäer möglich und
nötig ist.

Wie man eine KI-Blase verhindert

Der
langjährige Microsoft-Chef Satya Nadella ist überzeugt, dass die KI in eine neue Phase eingetreten sei. Heute könne sie alle Arten von Symbolen
gleichermaßen erkennen. Selbstständig programmieren könne sie auch schon. Nun
gelte es, die schnelle Verbreitung der KI sicherzustellen. „Jedes Unternehmen muss
anfangen, sie zu nutzen.“ Möglichst viele Menschen müssten lernen, mit ihr umzugehen
– und kluge Chefs würden die Hierarchien ihrer Firmen einebnen, damit der Datenfluss
schnell dort ankommt, wo er am besten eingesetzt wird. Dann gebe es auch nicht die
Gefahr einer KI-Blase
: dass sich also die Billionen-Investitionen für Rechenzentren
und Chips nicht schnell genug auszahlen und deshalb die Börse crasht.

Thomas Saueressig ist erst 40 Jahre alt und doch schon seit mehr als sechs Jahren im Vorstand des einzigen deutschen Digitalkonzerns von Weltrang, der SAP. Er hat die KI im Konzern verbreitet, in die weltweit vertriebene Software eingeführt und sich dann um die globalen Kunden gekümmert. „Eine harte Transformation“, sagt er und sieht die Firma offenbar als Vorreiter für die EU: „Europa muss eigene Stärke zeigen.“ Das heißt für ihn nicht nur, dass die Europäer auch europäische Software kaufen können, sondern vor allem, dass sie auf dem größten Markt der Welt reüssieren: „Wir müssen auch in den USA erfolgreich sein.“

In der industriellen KI, also der Anwendung in der Produktion, haben gerade die Deutschen den Vorteil eines riesigen Datenschatzes – und laut Saueressig doch Probleme. Die Energiekosten seien ein maßgeblicher Kostentreiber, allein bei Rechenzentren entfielen rund 70 Prozent der Kosten auf Energie. Auch beim schnellen Wachstum der Start-ups sei Europa im Nachteil. „Wir tun uns hier noch schwer.“ Strenge Regulierungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten machten die Sache nicht einfacher. 

„Wir müssen das Vertrauen in KI weiter stärken“, findet Saueressig. Sie liefere heute verlässliche Antworten. „Es reicht nicht mehr, mit der Technologie nur zu experimentieren – jetzt zählt die Umsetzung“, sagt er mit Blick auf die mittelständischen Unternehmen. „Ausprobieren, lernen, weitermachen“, das sei jetzt angesagt. Deutschland solle diesen Prozess unbedingt fördern – aber weniger durch eine einzelne „Gigafactory“ für Rechenkapazität, wie sie jetzt unterstützt wird, und auch nicht durch einzelne Großsubventionen.

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