Deutschland gibt Teil dieser Ölreserven unbewohnt

Angesichts deutlich gestiegener Öl- und Spritpreise infolge des Irankriegs gibt Deutschland einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Das melden die Nachrichtenagenturen dpa und AFP übereinstimmend unter Berufung auf Regierungskreise. Die Energieminister der G7-Staaten hatten zuvor gesagt, sie
seien gemeinsam mit der Internationale Energie-Agentur (IEA) dazu bereit, die
Notfallvorrate freizugeben. Die Vorräte stellen sicher, dass im Kriegs- oder
Katastrophenfall genug Öl zum Tanken, Heizen und für die Industrie zur
Verfügung steht. Eine Freigabe soll zudem den Preisanstieg abschwächen.

Die Agentur soll zufolge am frühen Nachmittag ihre Empfehlung zu einer Freigabe von
strategischen Ölreserven bekanntgeben. Die
freigegebene Menge könne sich auf insgesamt 400 Millionen Barrel
belaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Insider. Eine Stellungnahme der IEA lag zunächst nicht vor.

Die IEA koordiniert dabei die Freigabe großer Mengen aus den
Reserven, damit kein Land von den Auswirkungen auf die Preise überrascht wird. Weltweit
sind 32 Länder Mitglied der IEA. Sie verpflichtet ihre Mitglieder, ständig
Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe
entsprechen.

34,42 Millionen Tonnen Öl auf Vorrat

Deutschland hatte Zahlen der IEA zufolge im November
vergangenen Jahres 34,42 Millionen Tonnen Öl auf Vorrat. Ein großer Teil davon
ist Rohöl, das nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vor allem in
Norddeutschland gelagert wird. Diesel-, Benzin-, Heizöl- und Kerosinvorräte
sind hingegen über das Bundesgebiet verteilt.

Seit Gründung der IEA im Jahr 1974 gab es fünf koordinierte
Freigaben aus den Reserven: vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen
Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach
dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.

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