marktbericht
Können die USA die Straße von Hormus erfolgreich militärisch schützen? Die Hoffnung darauf könnte dem Aktienmarkt bei einer Stabilisierung helfen.
Der deutsche Aktienmarkt steht nach dem gestrigen Einbruch vor einem Stabilisierungsversuch. Erste Indikationen deuten auf einen kaum veränderten Handelsstart hin. Wegen des sich ausweitenden Konflikts im Nahen Osten war der DAX gestern um 3,4 Prozent auf 23.790 Punkte abgerutscht.
Die US-Börsen nahmen die neue Lage etwas gelassener auf. Der Dow Jones schloss nach einem zwischenzeitlichen Schwächeanfall 0,8 Prozent tiefer mit 48.501 Punkten.
An den asiatischen Märkten ging der Kurseinbruch indessen weiter. Weil Südkorea und Japan stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängen, standen die Börsen dort nochmals deutlich unter Druck. In Tokio sank der Nikkei 225 um vier Prozent. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor fast zehn Prozent an Wert.
Entscheidend für die Markttendenz bleibt die Frage, wie lange das iranische Regime die Straße von Hormus effektiv blockieren oder stören kann. Das Versprechen von US-Präsident Donald Trump, Öl- und Gastransporte in der eminent wichtigen Handelsroute mit der eigenen Marine zu schützen, stützt eine leise Hoffnung darauf, dass sich die Energiemärkte beruhigen.
„Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, schrieb Trump gestern Abend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.
Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners versuchen die USA, die Situation zu beruhigen. „Bislang überzeugt der Plan, Tanker auf ihrem Weg durch die Straße von Hormus zu eskortieren, die Börsen aber nicht.“ Noch sei es zu unklar, ob sich dieser Plan tatsächlich umsetzen lasse. Nach einer Delle am Vorabend zogen die Ölpreise am Mittwoch dann auch wieder etwas an.
Wegen milliardenschwerer Belastungen aus den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA ist Bayer im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2025 ein Verlust von 3,62 Milliarden Euro nach einem Minus von 2,55 Milliarden im Vorjahr, teilte der Pharma- und Agrarkonzern mit. Der Konzernumsatz fiel um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent.
Für das laufende Jahr rechnet Bayer währungsbereinigt mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss (Free Cash Flow) dürfte jedoch wegen der Rechtsstreitigkeiten mit minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfallen. Die Aktionäre sollen für 2025 erneut nur die gesetzliche Mindestdividende von elf Cent je Aktie erhalten. „Es gibt starke Anzeichen für Fortschritt, wir arbeiten aber noch an unserem umfassenden Turnaround“, sagte Vorstandschef Bill Anderson. Er hatte vor Kurzem einen neuen, bis zu 7,25 Milliarden Dollar teuren Glyphosat-Vergleich angekündigt, um die Rechtsrisiken deutlich zu reduzieren.
Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas steckt sich für die nächsten drei Jahre höhere Ziele. Bis 2028 soll die operative Umsatzrendite auf ein Niveau von mehr als zehn Prozent steigen. Eine Rendite von über zehn Prozent hatte Vorstandschef Björn Gulden für die Branche lange als nicht machbar bezeichnet. Im vergangenen Jahr verbesserte sie sich auf 8,3 (2024: 5,6) Prozent. Dabei soll der Umsatz in diesem und in den beiden folgenden Jahren währungsbereinigt um jeweils einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen. Im vergangenen Jahr war der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent gestiegen. Unter dem Strich blieb aber nur ein Plus von 4,8 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro.
Bilfinger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer anhaltend guten Nachfrage und seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Umsatz und operatives Ergebnis legten 2025 deutlich zu. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um acht Prozent auf gut 5,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn aufgrund höherer Steuern um zwei Prozent auf 176 Millionen Euro zurück. Von der Geschäftsentwicklung sollen auch die Aktionäre profitierten: Die Dividende soll auf 2,80 Euro erhöht werden. Für 2024 hatte der Industriedienstleister 2,40 Euro je Aktie gezahlt.
Source: tagesschau.de