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Flutet die IEA den Ölmarkt? Diese Hoffnung könnte zur Wochenmitte die Kurse beflügeln. Auf der anderen Seite gibt es schlechte Nachrichten zur Straße von Hormus.
Nach seiner gestrigen Erholungsrally könnte der deutsche Aktienmarkt mit leichten Kursabschlägen starten. Erste Indikationen sehen den DAX etwa 0,2 Prozent tiefer. Angesichts der Vorgaben bleiben aber auch weitere Kursgewinne zum Handelsstart möglich.
Hoffnung bietet ein Bericht über die mögliche Rekord-Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA). Das „Wall Street Journal“ schreibt, die IEA plane die größte Freigabe von Notfall-Ölvorräten ihrer Geschichte. Diese würde sogar die 182 Millionen Barrel von 2022 nach Russlands Ukraine-Invasion übertreffen. Der Vorschlag sei bei einer Sondersitzung der 32 IEA-Mitglieder am Dienstag unterbreitet worden, berichtete die Finanzzeitung. Eine Entscheidung werde noch heute erwartet.
Die IEA verwaltet die staatlichen Ölreserven ihrer 32 Mitglieder. Am Montag hatten sich die Finanzminister der G7, deren Staaten auch in der IEA vertreten sind, noch verständigt, mit einer Freigabe abzuwarten.
Die Nachricht beflügelte die Börsen in Asien. In Tokio stieg der Nikkei-Index um 2,1 Prozent. Der südkoreanische Kospi legte sogar um 3,2 Prozent zu. „Diese Nachricht über die Freigabe strategischer Reserven wird vom Markt begrüßt, weil dann im Falle eines kurzen Konflikts genug Öl vorhanden ist, um Rationierungen oder wirtschaftliche Auswirkungen zu vermeiden“, sagte der Leiter der Asien-Aktienstrategie der Société Générale.
Auch die US-Futures zogen an, nachdem die Wall Street im späten Geschäft geschwächelt hatte. Der Dow Jones war 0,1 Prozent tiefer aus dem Handel gegangen. Am Nachmittag könnten die US-Inflationsdaten für Februar für Impulse sorgen.
Belasten könnten dagegen die Nachrichten aus dem Persischen Golf. Der US-Sender CNN hatte gemeldet, der Iran habe in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormus platziert. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für den Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben“, drohte US-Präsident Donald Trump.
Zugleich räumten die Vereinigten Staaten ein, bislang noch keine Tanker durch die wichtige Schifffahrtsstraße eskortiert zu haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, halte das US-Militär solche Eskorten derzeit für zu riskant. Die Marine habe nahezu täglich entsprechende Anfragen aus der Schifffahrtsbranche erhalten, diese aber abgelehnt.
Die Lufthansa-Aktie könnte nach ihrer gestrigen starken Erholung unter Druck geraten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Donnerstag und Freitag zu einem 48-stündigen Streik aufgerufen. Es drohen Hunderte Ausfälle – Flüge aus Nahost sind aber explizit ausgenommen.
Unternehmensdaten werden heute unter anderem von Rheinmetall, Henkel und der Porsche AG erwartet.
Source: tagesschau.de