Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wirkt sich in den Bundesländern unterschiedlich aus. Nach Berechnungen des ifo-Instituts stieg die Wirtschaftsleistung, also der Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienstleistungen, im dritten Vierteljahr 2025 in der Hälfte der Bundesländer. In den anderen Bundesländern ging sie dagegen zurück.
Am stärksten war der Rückgang demnach im Saarland mit minus 0,6 Prozent. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sank die Wirtschaftsleistung jeweils um 0,4 Prozent.
„Die Industrie befindet sich weiterhin in einer Krise, und der Strukturwandel belastet manche Bundesländer stärker als andere“, sagte ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. „In einigen Bundesländern gleichen jedoch Zuwächse bei Dienstleistern die konjunkturelle Schwäche der Industrie aus.“
Wachstum in Hamburg und Bayern am größten
So wuchs die Wirtschaft zuletzt in Hamburg und Bayern am stärksten, wo sie im Vergleich zum vorherigen Quartal um 0,6 Prozent und 0,5 Prozent zunahm. Etwas schwächer fiel das Plus in Niedersachsen mit 0,2 Prozent und Sachsen mit 0,1 Prozent aus. Auch in Baden-Württemberg legte die Wirtschaftsleistung leicht um 0,2 Prozent zu.
Auch wenn die Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen ist, rechnet das ifo-Institut für Bayern und Baden-Württemberg damit, dass die Wirtschaft im Gesamtjahr 2025 vermutlich zurückgehen wird. Grund dafür seien vor allem die von der US-Regierung verhängten Zölle, die die ohnehin angeschlagene Industrie zusätzlich belasten, sagte Lehmann.
Anders sieht es in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen aus: Dort geht das ifo-Institut davon aus, dass die Wirtschaft im gesamten Jahr wachsen wird.