Den Gewinn der Bronzemedaille feiert das deutsche Biathlon-Quartett ausgelassen im Teamhotel – mit FFP2-Maske. Außerdem: Eileen Gu patzt im Slopestyle, und die Schweiz darf in der Team-Kombination jubeln. Alle News im Olympia-Ticker.
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte von Olympia:
18.07 Uhr: Draisaitl neuer Kapitän
Leon Draisaitl führt das deutsche Eishockeyteam als Kapitän an. Der 30 Jahre alte Stürmerstar der Edmonton Oilers in Mailand wird dabei von zwei anderen NHL-Profis unterstützt. Moritz Seider von den Detroit Red Wings und Tim Stützle von den Ottawa Senators fungieren als Assistenten. Beim deutschen Training am Montag wurde Draisaitl geschont.
Der langjährige Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller von den Kölner Haien gehört angesichts von sieben NHL-Profis im deutschen Kader nicht zum Team der Kapitäne. Überraschend kommt insbesondere die Ernennung von Stützle (24) in den Kreis der Führungsspieler.
17.59 Uhr: Deutsche Rodlerinnen auf Medaillenkurs
Die deutschen Rodlerinnen sind stark ins olympische Rennen gestartet. Erst fuhr Julia Taubitz vom WSC Oberwiesenthal mit Startnummer eins Bahnrekord in 52,638 Sekunden. Dann verbesserte Olympia-Debütantin Merle Fräbel vom RT Suhl die Bestmarke noch um 48 Tausendstelsekunden. So gibt es vor dem zweiten Lauf eine souveräne Doppelführung der deutschen Mitfavoritinnen.
Dritte ist die Italienerin Verena Hofer vor der Lettin Elina Bota, die am Start einen Rekord aufstellte. Die Weltcupführende Lisa Schulte aus Österreich hat bereits 0,355 Sekunden Rückstand auf die führende Fräbel.
16.47 Uhr: Party mit Maske
Die deutschen Biathleten Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Justus Strelow und Philipp Nawrath haben ihren sensationellen Bronze-Coup von Antholz ausgelassen im Teamhotel gefeiert. Mit goldenen Kronen auf dem Kopf wurde zum italienischen Party-Klassiker „Sara perche ti amo“ getanzt. Das zeigen Videos auf Instagram. Dabei fällt auf: Die Biathlon-Stars tragen konsequent eine FFP2-Maske. Doch was steckt dahinter? Masken sind im Vergleich zu den Winterspielen in Peking keine Pflicht mehr.
Es geht für alle darum, bloß nicht krank zu werden. Selbst der kleinste Schnupfen, könnte ruinieren, worauf man vier Jahre lang hingearbeitet hat. Die Athleten sind auch sehr d’accord mit dem Hygienekonzept. Freunde und Familie werden nur draußen getroffen. „Wenn ich jetzt irgendwas habe, einen Schnupfen oder Husten, dann kann ich mir die Olympischen Spiele schön in die Haare schmieren“, sagt Olympiastarter David Zobel über die Maßnahme.
15.34 Uhr Freestyle-Superstar Gu knapp geschlagen
Wie schon bei den Olympischen Winterspielen 2022 in China hat Ski-Freestylerin Mathilde Gremaud auch diesmal Eileen Gus Traum von ihrer ersten Goldmedaille im Slopestyle platzen lassen. Ein Sturz im dritten Versuch machte Gus Chance auf den ersten Platz zunichte.
Zuvor hatte die Schweizerin Gremaud der 22-Jährigen, die auch wegen ihrer beiden Olympiasiege 2022 im Big Air und der Halfpipe als Superstar der Szene gilt, die Spitzenposition um 0,38 Punkte entrissen.
14.47 Uhr: Odermatt gewinnt seine erste Olympia-Medaille
Die deutschen Skirennfahrer Simon Jocher und Linus Straßer haben eine Medaille in der Team-Kombination klar verpasst. Dem Duo fehlten bei dem aus Abfahrt und Slalom bestehenden Wettkampf in Bormio 0,7 Sekunden auf die Podestplätze. Es belegte schließlich Rang zehn.
Gold ging an den Schweizer Abfahrts-Olympiasieger Franjo von Allmen und den starken Tanguy Nef. Den Silberrang teilten sich zwei zeitgleiche Duos: der Schweizer Superstar Marco Odermatt mit Slalom-Weltmeister Loic Meillard und der Österreicher Vincent Kriechmayr mit Manuel Feller. Die Italiener Giovanni Franzoni und Alex Vinatzer fielen noch von Platz eins auf sieben zurück.
14.13 Uhr: Schweizerin siegt im Slopestyle
Zweites Olympia-Edelmetall für die Schweiz. Mathilde Gremaud sichert sich den Sieg im Slopestyle-Finale und holt Gold. Für die Titelverteidigerin ist es nach Peking 2022 die zweite Gold- und insgesamt vierte Medaille an Olympischen Spielen. Die 26-Jährige siegte vor Gu Eileen (China) und Megan Oldham aus Kanada.
12.44 Uhr: Curling-Halbfinals stehen fest
Wer eine ordentliche Partie Curling nicht schätzt, hat Winter-Olympia nie geliebt. Die Ergebnisse des Mixed-Wettbewerbs vom Vormittag:
- Schweiz – Kanada 4:8
- Italien – USA 7:6
- Norwegen – Südkorea 8:5
- Tschechien – Estland 8:4
Damit ist die Vorrunde beendet, und die Halbfinals stehen fest. Heute Abend kämpfen Großbritannien gegen Schweden und Italien gegen die USA um den Einzug ins Endspiel. Beide Partien starten um 18.05 Uhr.
11.52 Uhr: Deutschland auf Rang elf nach der Abfahrt
Die deutschen Skirennfahrer Simon Jocher und Linus Straßer haben zur Halbzeit der Team-Kombination nur noch geringe Aussichten auf eine Medaille. Jocher präsentierte sich in der Abfahrt in Bormio deutlich stärker als noch bei seinem 21. Platz im Einzelrennen am Samstag, gibt Straßer für den entscheidenden Slalom ab 14.00 Uhr allerdings 1,05 Sekunden Rückstand auf Rang drei mit.
Die Bestzeit fuhr der italienische Shootingstar Giovanni Franzoni, der gemeinsam mit Alex Vinatzer antritt. Dahinter lauern gleich drei Duos aus der Schweiz. Die einzige deutsche Paarung liegt auf Rang elf.
11.14 Uhr: Rodler Loch lässt Karriereende offen
An ein abruptes Karriereende verschwendet Felix Loch nach seinem enttäuschenden sechsten Platz keine Gedanken. Jetzt wolle er alles abschütteln und als Führender im Gesamtweltcup noch einmal die große Kristallkugel gewinnen, sagte der 36 Jahre alte Rodler: „Wer mich kennt, weiß, dass ich das sehr gut hinbekomme. Es sind noch zwei Rennen, wo ich mich mit Jonas Müller batteln werde.“ Im Moment führt Loch mit nur einem Punkt Vorsprung.
Nach der Saison sei dann alles möglich: „Wir schauen von Jahr zu Jahr, ob es zwei, drei, vier oder acht sind, es muss alles zusammenpassen. Und ich muss sehen, ob ich vorn mithalten kann. Dann kommt das ein oder andere Jahr noch dazu.“
10.37 Uhr: Biathlet Strelow nicht fürs 20-km-Rennen nominiert
Zwei Tage nach Bronze mit der deutschen Mixed-Staffel bekommt Biathlet Philipp Nawrath Dienstag im Einzel über 20 km (13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) gleich die nächste Medaillenchance. Im Gegensatz zu seinem Staffel-Kollegen Justus Strelow, der nicht nominiert wurde. Stattdessen geben Philipp Horn, David Zobel und Lucas Fratzscher alle ihr Olympia-Debüt. Warum Strelow nach seiner fehlerfreien Schießleistung im Mixed, nicht eingesetzt wird, ist unklar.
Nach dem überraschenden Bronze-Coup am Sonntag gehören die Deutschen im Klassiker auf 1600 Metern Höhe maximal zum erweiterten Favoritenkreis. Die aussichtsreichsten Anwärter auf Medaillen sind der französische Gesamtweltcupführende Eric Perrot, der Italiener Tommaso Giacomel und der Norweger Johan-Olav Botn.
9.42 Uhr: Heute fünf Medaillen-Entscheidungen
Bei den Spielen stehen heute fünf Entscheidungen an. International richten sich die Blicke auf das 1000-Meter-Rennen der Eisschnellläuferinnen, in dem der niederländische Superstar Jutta Leerdam Gold gewinnen will. Aus deutscher Sicht ist das Skispringen am Abend interessant. Dieses bietet auf dem Papier die größte Medaillenchance.
- 12.30 Uhr: Ski-Freestyle, Frauen, Slopestyle
- 10.30/14.00 Uhr: Ski alpin, Männer, Team-Kombi (erst Abfahrt, dann Slalom)
- 17.30 Uhr: Eisschnelllauf, Frauen, 1000 Meter
- 19.00 Uhr: Skispringen, Männer, Normalschanze
- 19.30 Uhr: Snowboard, Frauen, Big Air
7.55 Uhr: Kein Wort zu seiner Trainerin
Auf die Frage nach seiner umstrittenen Trainerin Eteri Tutberidse hätte Eiskunstlauf-Europameister Nika Egadse aus Georgien nach seiner verpatzten Kür im Teamwettbewerb bei Olympia in Italien gerne verzichtet. „Ich glaube, ich bin Eisläufer und muss diese Frage nicht beantworten. Tut mir leid“, antwortete Egadse nach einer Vorstellung mit vielen Fehlern auf die Frage, wie sich der Wirbel um Tutberidse auf ihn ausgewirkt habe. Die 51 Jahre alte Russin coacht Egadse, der mit Georgien im Team am Sonntag den vierten Platz belegte, auch in Mailand.
Eteri Tutberidse – dieser Name steht in der Eiskunstlauf-Welt zum einen für Erfolg, zum anderen aber auch für einen Doping-Schatten. In Erinnerung ist der Fall des russischen Eiskunstlauf-Stars Kamila Walijewa. 2022 hatte es um sie inmitten der Spiele von Peking einen Dopingskandal gegeben. Die damals 15 Jahre alte Walijewa hatte als Erklärung für die positive Probe rund zwei Monate vor Olympia in Peking angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Sie wurde anschließend rückwirkend für vier Jahre gesperrt, Tutberidse hingegen durfte sich weiter in der Eiskunstlauf-Welt aufhalten und ist nun zurück auf der olympischen Bühne – akkreditiert durch den georgischen Verband.
23.16 Uhr: Der aktuelle Medaillenspiegel
Deutschland holte am zweiten Wettkampftag seine ersten drei Medaillen und hat sich im Medaillenspiegel damit auf Platz sechs eingereiht. Rodler Max Langenhan gewann das erste Gold, Emma Aicher holte Silber in der Ski-Alpin-Abfahrt, die Biathlon-Mixed-Staffel landete auf dem dritten Platz.
Den kompletten Medaillenspiegel finden Sie hier.
Der 21-Jährige, der wegen seiner vielen Vierfachsprünge auch den Spitznamen „Vierfach-Gott“ trägt, zeigte als vorletzter Läufer des Wettbewerbs die beste Kür der Männer – allerdings blieb er erneut nicht fehlerfrei. Vor der Männer-Kür lagen die USA und Japan noch gleichauf.
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Source: welt.de