Die Deutsche Bank hat 2025 viel erreicht: Ihr Aktienkurs ist mit 75 Prozent stärker gestiegen als der von Wettbewerbern wie JP Morgan und Barclays, der Vorsteuergewinn dürfte um rund 80 Prozent auf nahezu zehn Milliarden Euro geklettert sein. Genau wird man das am 29. Januar wissen, wenn Deutschlands größtes Kreditinstitut seine Geschäftszahlen fürs vierte Quartal vorlegt. Aber schon jetzt ist klar: Die Scharte aus dem Vorjahr, als die Deutsche Bank in einem alten Rechtsstreit Postbank-Aktionäre mit Milliarden zulasten des Gewinns entschädigen musste, ist ausgewetzt. Das 2022 von Konzernchef Christian Sewing gesteckte Eigenkapitalrenditeziel von mindestens zehn Prozent wird 2025 wohl erreicht.
Und die Aktionäre werden eine höhere Dividende erhalten. In der Regel gut informierte Analysten rechnen mit einem Euro je Aktie. Für 2024 hatte die Deutsche Bank 0,68 Euro Dividende je Aktie ausgeschüttet. So weit, so gut. Doch das von Sewing gesteckte höhere Renditeziel von mindestens 13 Prozent bis 2028 hat an der Börse bisher keinen weiteren Kursspielraum eröffnet.
Raja Akram, der von Morgan Stanley gekommen ist, war bei Verkündung der neuen Ziele im November 2025 zwar schon dabei, konnte aber auf die Zielhöhe kaum Einfluss nehmen. Akram ist erst seit Januar 2026 im Vorstand und wird nach der Hauptversammlung im Mai das Finanzressort übernehmen. Gut möglich, dass er das Renditeziel noch einmal nachschärfen muss, um dem Deutsche-Bank-Aktienkurs mehr Phantasie einzuhauchen.
Source: faz.net