In der gerade veröffentlichten Quartalsbilanz der US-Bank Morgan Stanley steckt eine interessante Zahl: Rekordeinnahmen mit vermögenden Privatkunden von 8,5 Milliarden Dollar. Damit steht das Wealth Management (WM) in der auf Investmentbanking fokussierten Morgan Stanley für gut 40 Prozent aller Erlöse, mehr, als sie jeweils mit Aktien- und Anleihehandel einnimmt. Die Deutsche Bank, die sich als breiter aufgestellte Universalbank versteht, erlöste 2025 im Investmentbanking immerhin 35 Prozent, mit allen Privatkunden, also WM zuzüglich Massengeschäft wie Postbank, dagegen nur 30 Prozent der Konzernerträge. An diesem Übergewicht des schwankungsanfälligen Investmentbankings wird sich im ersten Quartal 2026 wenig geändert haben, auch wenn die Deutsche Bank darüber erst am 29. April berichtet.
Zumal im Massengeschäft der Wettbewerb härter wird. Nach BBVA und bald JP Morgan buhlt jetzt auch die französische Bank Crédit Agricole mit hohen Kampfzinsen um deutsche Sparer. Für Kunden ist das erfreulich. Für die Deutsche Bank dagegen ergibt es Sinn, im Heimatmarkt ihre breite Aufstellung stärker für die Geldanlage vermögender Privatkunden zu nutzen. Wenn man sie richtig bedient, sind höhere Margen möglich. Lange hat die Deutsche Bank allerdings in Silos verharrt: Ihre Berater haben zu selten zum Kundenwohl Produkte der Unternehmenssparte und des Investmentbankings angeboten. Höchste Zeit, die internen Anreize dafür zu erhöhen. Die Deutsche Bank ist hier Nachzügler in der Branche.
Source: faz.net