Angesichts der hohen Spritpreise hat sich die Eisenbahngewerkschaft EVG für eine staatliche Preisreduzierung bei Bahntickets ausgesprochen. „Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase
herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das
Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen“, sagte EVG-Chef Martin Burkert der Zeitung Bild am Sonntag. „Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das
Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50
Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung“, sagte Burkert weiter.
In Deutschland sind Kraftstoffe seit Beginn des Irankriegs Ende Februar um
etwa ein Drittel teurer geworden, der Preisanstieg setzte sich in den
Tagen vor Ostern fort. Am Gründonnerstag erreichte der Dieselpreis mit 2,346
Euro pro Liter einen erneuten Höhepunkt. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen. Die erhoffte Entspannung blieb jedoch aus.
Um Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten, werden derzeit weitere Maßnahmen diskutiert. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach sich etwa für eine Übergewinnsteuer und einen „flexiblen Preisdeckel“ an Tankstellen aus, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwägt eine temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale. Grünen-Chef Felix Banaszak sprach sich für ein Tempolimit auf Autobahnen aus, um die Nachfrage nach Treibstoff zu senken.