Deutsche Automobilindustrie: Die Akku-Wette in den Anden

Hiobsbotschaften, findet Micha Zauner, gehören beim Bergbau dazu. Aber ausgerechnet jetzt? Mehr als 25 Stunden ist der Chef der Firma Deutsche E-Metalle bereits unterwegs. Zauners Ziel: ein Bohrloch in den argentinischen Anden, sein Bohrloch. Er will darin Lithium finden, den zentralen Rohstoff für die postfossile Zukunft. Er will ihn für die deutsche Industrie exportieren. Gerade stehen Bodenproben an. Wenn die schlecht laufen? „Genickbruch“, sagt Zauner.

Am Vortag ist er vom Unternehmenssitz in Dresden aufgebrochen, 11.479 Kilometer nach Buenos Aires geflogen, dann weiter in den Norden Argentiniens, um dort noch am selben Dienstagvormittag Ende August in einen weißen Pick-up zu steigen. Jetzt rauscht Zauner, ein 39-jähriger Geologe, Typ Sonnyboy mit zerzausten Locken, über eine Landstraße. Acht Stunden noch bis zum Ziel auf 3.200 Metern über dem Meeresspiegel in den Bergen. Das Handy klingelt. „Ach, echt?“, sagt Zauner auf Spanisch, und: „Vielleicht müssen wir das absagen.“

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