Im Kampf um die Qualifikation für die Champions League bekam es Stuttgart mit Borussia Dortmund zu tun. Gegen den Tabellenzweiten war der VfB lange Zeit tonangebend. Dann kam die Nachspielzeit.
Karim Adeyemi und Julian Brandt haben Borussia Dortmund in einem lange chancenarmen Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zum Sieg beim VfB Stuttgart geführt. In der Nachspielzeit trafen die beiden eingewechselten Offensivspieler zum 2:0 (0:0). Bei den ersten richtigen Torchancen der Dortmunder (90.+4 und 90.+6) schlug das Team von Trainer Niko Kovac am Ende doch noch zu. Es waren überhaupt die einzigen beiden Torschüsse des BVB.
Im Duell des Tabellenzweiten mit dem Dritten hatten die Spitzenteams den 60.000 Zuschauern zuvor alles andere als ein Offensivspektakel geboten. Die Dortmunder hatten sich weitestgehend auf die Defensive konzentriert, steuern aber zunehmend auf die nächste Vizemeisterschaft zu. Sie bauten zudem den Vorsprung auf den VfB in der Tabelle auf elf Punkte aus. Sieben Pflichtspiel-Begegnungen in Serie waren die Westfalen zuvor nicht gegen die Stuttgarter erfolgreich gewesen.
Angesichts eines dominanten Auftritts ist die Niederlage für die drittplatzierten Stuttgarter auf dem erhofften Weg in die Champions League eine verpasste Gelegenheit. Auch der zuletzt so treffsichere Nationalstürmer Deniz Undav, dessen Rolle bei Bundestrainer Julian Nagelsmann die Schlagzeilen und Gesprächsthemen beherrscht hatte, blieb diesmal ohne Treffer und wurde selten in Szene gesetzt.
„Gegen so ein Team, das sich hinten reinstellt, das über 90 Minuten nicht das Spiel macht, sondern wir – und dann wirst du eiskalt bestraft. Ich glaube, die haben selber nicht mehr dran gegelaubt. Aber das zeichnet Dortmund in dieser Saison, das sie im Endeffekt da sind“, ärgerte sich Undav, der zudem Fehler im Spiel seines VfB benannte: „Wir hatten besprochen, dass wir bei Flanken den vorne wegflanken, weil die Dortmunder immer stehenbleiben. Aber wenn du dann immer in den Rückraum flankst, dann verstehe ich das nicht. Das sind die Details, die uns heute im Spiel gefehlt haben.“
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Die Gastgeber bestimmten von Anfang an und über weite Strecken das Geschehen, taten sich aber in der Offensive schwer, sich vielversprechende Torgelegenheiten zu erarbeiten. In der ersten Hälfte brauchte die Mannschaft von Trainer Hoeneß knapp 20 Minuten, um erstmals gefährlich zu werden.
Nach einem Ballverlust von Ramy Bensebaini schloss Taktgeber Angelo Stiller nicht zwingend genug ab, um BVB-Keeper Gregor Kobel zu überwinden. Chris Führichs Versuch wurde anschließend geblockt. Führich war über die linke Seite in der ersten Hälfte ein Aktivposten, aber auch er belohnte sein Team für die nicht. Sein Freistoß aus aussichtsreicher Position eine Viertelstunde später flog ebenso über das Tor wie ein Abschluss nach einer Ecke kurz vor der Pause.
BVB findet offensiv lange nicht statt
Vor der Länderspielpause hatten sich die Dortmunder nach der furiosen Aufholjagd zum knappen 3:2 gegen den Hamburger SV von Sportdirektor Sebastian Kehl getrennt. Nachfolger Ole Book musste in der MHP Arena verfolgen, wie von den Gästen in der Offensive mit dem früheren Stuttgarter Torjäger Serhou Guirassy so gut wie gar nichts zu sehen war. In der Defensive wurden die Ballaktionen des früheren Stuttgarter Verteidigers Waldemar Anton von den VfB-Fans mit lauten Pfiffen bedacht.
Nach dem Seitenwechsel blieb der VfB die Mannschaft, die dem Tor näher kam. Zehn Minuten nach der Pause hätte Lorenz Assignon die Schwaben in Führung bringen können. Doch der Rechtsverteidiger nutzte es nicht entschlossen genug, dass er im Strafraum recht allein gelassen abziehen konnte und scheiterte an Kobel (55.). Bei Distanzschüssen von Stiller und Jamie Leweling musste der BVB-Torhüter nicht eingreifen. Bei den späten Gegentoren von Adeyemi und Brandt war er machtlos.
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Source: welt.de