Eine Demonstration am Rande der Eskalation. Kaum 300 Meter vor dem abgesperrten Ort Lützerath, liefern sich am Samstagnachmittag Aktivistinnen und Aktivisten teils heftige Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten.
Lukas Eberle, DER SPIEGEL
»In den vergangenen Stunden haben in Lützerath viele Hundert Menschen versucht, den Zaun zu überwinden, der die Ortschaft umgibt, es waren Teilnehmer der Demonstration heute Mittag und Aktivisten. Die sind erst einzeln übers Feld gerannt, dann waren es immer mehr, Dutzende, am Ende Hunderte. Der Zaun wird mittlerweile fast auf jedem Meter von Polizistinnen und Polizisten bewacht. Eine Reiterstaffel ist im Einsatz, eine Hundestaffel ist im Einsatz. Es gab immer wieder Jagdszenen zwischen Aktivisten und Polizisten auf dem offenen Feld. Ein Polizeisprecher sagte mir gerade, dass es niemand geschafft habe, den Zaun zu überwinden und nach Lützerath hereinzukommen.«
Einige Demonstranten schießen mit Feuerwerk auf die Beamten, die Polizei setzt Wasserwerfer und Pfefferspray ein – am frühen Abend beruhigt sich die Lage weitgehend. Mehrere Teilnehmer wurden verletzt.
Laut Veranstalter waren 35.000 Demonstrierende vor Ort, die Polizei sprach von bis zu 10.000. An der Demo nahmen auch die prominenten Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer und Greta Thunberg teil.
Greta Thunberg, Klimaaktivistin
»Was in Lützerath passiert, bleibt nicht in Lützerath. Deutschland hat, als einer der größten Umweltverschmutzer der Welt, eine gewaltige Verantwortung. Aber die Mächtigen haben nicht zugehört. Das hier ist bloß der Anfang.«
Die Polizei gab unterdessen bekannt, die Räumung von Lützerath sei weitestgehend abgeschlossen, in etwa 15 Strukturen wie Baumhäusern und Verschlägen harren noch mehrere Dutzend Menschen aus. Zwei Aktivisten, die sich in einem unterirdischen Tunnelsystem verschanzt haben, sollen nun vom THW herausgeholt werden.
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