Der amerikanische KI-Entwickler Anthropic wirft drei chinesischen
Konkurrenten vor, im großen Stil Fähigkeiten seines Chatbots Claude abgegriffen zu haben, um ihre eigenen Modelle zu verbessern. Die Unternehmen DeepSeek, Moonshot und MiniMax hätten über 24.000 gefälschte Konten genutzt, um mehr als 16 Millionen Interaktionen mit der Künstlichen Intelligenz (KI) zu generieren, teilte Anthropic am Montag in einem Blogeintrag mit. Dabei hätten sie das sogenannte Destillationsverfahren angewandt. Hierbei lässt ein schwächeres KI-Modell seine Antworten von einem leistungsfähigeren System bewerten und korrigieren, um dessen „Wissen“
und Logik zu übernehmen.
Besonders brisant sind die Vorwürfe gegen DeepSeek: Das Unternehmen habe Claude gezielt genutzt, um „zensurkonforme Antworten“
zu politisch heiklen Themen zu erstellen. So sei die US-KI etwa gefragt worden, wie man Antworten zu Dissidenten oder der Parteiführung formulieren müsse, um den chinesischen Zensurvorgaben zu entsprechen.
Da Anthropic seinen Dienst in China aus Sicherheitsgründen nicht anbietet, griffen die Firmen laut dem Bericht auf komplexe Netzwerke
von Proxy-Servern zurück, um ihren Standort zu
verschleiern. DeepSeek und MiniMax reagierten zunächst nicht auf Anfragen um Stellungnahme. Ein Stellungnahme von Moonshot lag nicht
vor.