Ein deadbeat
dad ist ein Vater, der seine Kinder vernachlässigt, seine Alimente
nicht zahlt, leere Versprechungen macht, zu spät zur Einschulung kommt,
Geburtstage vergisst. Diese Art Arschgesicht halt. Deadbeat ist
das neue Album von Kevin Parker beziehungsweise von Tame Impala, und das Cover
ziert seine Tochter, Peach. Sie schaut fasziniert auf eine Welt, die sich in
ihren Augen spiegelt, Parker drückt seine Nase in ihre Wange – nicht deadbeat,
sondern eher Vollzeitdad, sagt dieses Cover.
Die bisherigen
vier Alben von Tame Impala waren mit Covern illustriert, auf denen die Welt
abgebildet war: bei Innerspeaker durch ein gleißendes Kaleidoskop
gesehen, bei Lonerism durch Trennstäbe, beide in psychedelischen Farben: eine verzerrte, warm leuchtende Welt. Dann, als Parker sich von der Psychedelik
mehr dem Synthpop zuwandte, wandelten sich die Farben der Cover: Currents
zeigte eine Stahlkugel, die den Raum verbiegt, The Slow Rush ein
versandetes Zimmer, innen ganz rot, draußen ein Fetzen blasser blauer Himmel.
Zahlt Parker dem Himmel Alimente? Denn mit den Coverwelten hat er auf Deadbeat auch
Schlagzeug und Gitarren zurückgelassen und sich dem House in die schwitzigen
Arme geworfen. Oder es zumindest versucht. Tschüss, Synthpop, wir sehen uns
nach deinem Abitur. Ruf Oma an, wenn du Geld brauchst.