Daten jener Polizeistatistik: Gewalt gegen Lehrkräfte nimmt zu

Stand: 10.04.2026 • 10:32 Uhr

Die Zahl der Gewalttaten gegen Lehrkräfte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik, die einen Zeitraum von zehn Jahren umfasst.

Lehrerinnen und Lehrer werden in Deutschland immer häufiger Opfer von Körperverletzung und anderen Formen von Gewalt. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Sie umfasst einen Zeitraum von zehn Jahren.

Danach stieg die Zahl der erfassten Fälle, in denen Lehrkräfte als Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung aktenkundig wurden, 2024 auf 1.283 Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2023 meldeten die Polizeibehörden der Länder zwischen 717 und 1.017 erfasste Fälle an das Bundeskriminalamt (BKA). Dass es 2021 mit 564 erfassten Fällen deutlich weniger solcher Übergriffe gab, dürfte mit den vorübergehenden Schulschließungen während der Corona-Pandemie zu tun haben. Die PKS für 2025 ist noch nicht veröffentlicht.

Die Auswertung ist Teil einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sicherheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Als Gewalttaten gegen Lehrkräfte zählt die Polizei nur Straftaten, bei denen die Tatmotivation in Beziehung zur beruflichen Tätigkeit steht.

Anstieg auch bei schwereren Fällen

Auch bei Fällen von Gewaltkriminalität gab es einen Anstieg. Dazu zählen Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall, Raubdelikte, Körperverletzung mit Todesfolge, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme sowie schwere und gefährliche Körperverletzung.

Seit 2015 hat die Zahl solcher Taten gegen Lehrkräfte kontinuierlich zugenommen – mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. 2015 zählte die Polizei bundesweit 268 Fälle, in denen eine Lehrkraft Opfer von Gewaltkriminalität im Sinne der Statistik wurde. 2023 wurden 477 Fälle registriert, ein Jahr später wurden 557 Fälle aktenkundig.

Auch Angriffe auf Einsatzkräfte nehmen zu

Nicht nur bei Lehrerinnen und Lehrer gibt es immer mehr erfasste Fälle von Gewalt. Zwischen 2018 und 2024 nahm laut PKS auch die erfasste Zahl der Gewaltdelikte gegen Mitarbeiter von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei zu. Im Mai 2017 waren im Zuge einer Gesetzesänderung zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten Straftatbestände geändert und neue Straftatbestände geschaffen worden. Daher sind die Zahlen der Jahre 2018 bis 2024 nicht mit den Daten der Vorjahre vergleichbar.

Ende Dezember hatte Bundesjustizministerin Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf zum besseren Schutz von Einsatzkräften vorgelegt. Er sieht härtere Maßnahmen für Angriffe auf diese Gruppen vor – unter anderem Freiheitsstrafen von mindestens sechs Monaten statt wie bisher mindestens drei.

Haftstrafen soll es auch für Personen geben, die Rettungs- und Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindern. Einen Kabinettsbeschluss zu dem Vorhaben gibt es noch nicht.

Mit Informationen von Jasper Ruppert, ARD-Hauptstadtstudio

Source: tagesschau.de