Das Erste-Vorwahlumfrage zu Gunsten von Rheinland-Pfalz: Union liegt konzis vor SPD

Stand: 12.03.2026 • 18:01 Uhr

Nach Baden-Württemberg steht am 22. März in Rheinland-Pfalz die nächste Landtagswahl an. Laut ARD-Vorwahlumfrage liegen CDU und SPD fast gleichauf vorne, die AfD käme vor den Grünen auf Platz drei.

Seit 35 Jahren ist die SPD bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz durchweg stärkste Partei. Und die Sozialdemokraten hoffen bei der aktuellen Wahl noch auf einen Effekt, der in dem Bundesland mittlerweile schon bekannt ist: In der Vergangenheit holte die SPD häufiger Umfrage-Rückstande auf und zog am Wahltag als stärkste Partei in den Mainzer Landtag ein.

In der laufenden Legislaturperiode lag die SPD in Umfragen zwischenzeitlich zehn Prozentpunkte hinter der CDU, konnte dann aber stetig aufholen. In der repräsentativen ARD-Vorwahlumfrage für Rheinland-Pfalz, die infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche in dem Bundesland erhoben hat, sieht es weiter nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU aus.

SPD und CDU sehr eng beieinander

Die SPD käme bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt auf 28 Prozent. Sie bliebe damit hinter ihrem Wahlergebnis von 2021 deutlich zurück und würde erstmals in dem Bundesland unter die 30-Prozent-Marke rutschen. Die CDU könnte 29 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Damit läge die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder etwas besser als zur letzten Landtagswahl.

Deutlich mehr Stimmen als 2021 könnte momentan die AfD auf sich vereinen. Mit 19 Prozent würde sie ihr letztes Landtagswahlergebnis mehr als verdoppeln. Die Grünen würden mit momentan acht Prozent etwas schlechter abschneiden als zur vergangenen Wahl.

FDP, Freie Wähler und Linke kämpfen um Einzug

Die FDP liegt in der Sonntagsfrage aktuell bei unter drei Prozent und wird deshalb nicht einzeln ausgewiesen. Damit würde sie derzeit an der Mandatsschwelle scheitern und nicht mehr in den Landtag einziehen. Aktuell führt sie mit der SPD und den Grünen noch die Regierung im Land.

Die Freien Wähler hätten aktuell 4,5 Prozent in Aussicht und lägen damit leicht unterhalb der Mandatsschwelle. Der erstmalige Einzug der Linken mit derzeit fünf Prozent Zustimmung liegt im Bereich des Möglichen.

Umfrage ist keine Prognose

Diese Umfrage ist keine Prognose. Die Sonntagsfrage ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind mit dieser Umfrage nur begrenzt möglich.

Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Für sieben von zehn Wahlberechtigten (73 Prozent) steht die Wahlentscheidung bereits fest. Jeder achte Wahlberechtigte (zwölf Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Jeder Siebte (15 Prozent) tendiert zur Nichtwahl beziehungsweise lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Patt bei Frage nach Regierungsführung

Seit 2016 regiert in Rheinland-Pfalz die SPD gemeinsam mit Grünen und FDP. Mit der Arbeit dieser Regierung zeigen sich aktuell 46 Prozent zufrieden und 49 Prozent nicht zufrieden. Mit den Zahlen der aktuellen Sonntagsfrage wäre keine Fortführung der Koalition möglich – die FDP wäre sogar raus aus dem Landtag. Rechnerisch möglich wäre eine Koalition aus SPD und CDU sowie eine Koalition zwischen einer der beiden Parteien mit der AfD. Eine Koalition mit der AfD haben jedoch sowohl SPD als auch CDU ausgeschlossen.

Bei der Wahl zwischen einer SPD-geführten und einer CDU-geführten Regierung gibt es einen Patt: Jeweils 36 Prozent sprechen sich für eine SPD-Führung beziehungsweise eine von der CDU geführte Landesregierung aus. Könnten sich die Wahlberechtigten in dieser Frage zwischen den drei in Umfragen stärksten Parteien entscheiden – SPD, CDU und AfD -, so wären 35 Prozent für eine SPD-Führung, 32 Prozent für eine CDU-Führung und 21 Prozent für eine AfD-Führung.

Schweitzer vor Schnieder

In der persönlichen Bewertung kann SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer mehr Menschen überzeugen: 44 Prozent sind zufrieden mit seiner Arbeit, während lediglich 23 Prozent dasselbe über die Arbeit von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder sagen. Diesem mangelt es noch an Bekanntheit im Bundesland: Eine Mehrheit von 52 Prozent gibt an, Schnieder nicht zu kennen oder sich kein Urteil über ihn zuzutrauen.

Entsprechend dieser Werte fällt die Auswahl bei einer möglichen Direktwahl des Regierungschefs in dem Bundesland aus. Wenn sich die Befragten zwischen den beiden Kandidaten von SPD und CDU entscheiden sollten, dann würden sich 41 Prozent für Schweitzer aussprechen, 23 Prozent für Schnieder, 36 wissen es nicht oder machen keine Angabe dazu.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz
Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
Erhebungszeitraum: 9. bis 11. März 2026
Fallzahl: 1.534 Befragte (899 Telefoninterviews und 635 Online-Interviews)
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen und Rückerinnerung Wahlverhalten
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Schwankungsbreite: 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent, 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Durchführendes Institut: infratest dimap

Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle einer Erhebung mit 1.000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Source: tagesschau.de