An der Geschichte des übermäßig talentierten, glamourösen und fragilen Musikers D’Angelo kann man die ganze Ekstase und den Kater der wichtigsten Kunstformen des 20. Jahrhunderts erzählen: der Popmusik und dem, was ihr zugrunde liegt – der Black Music. Auf seinen drei Alben Brown Sugar (1995), Voodoo (2000) und Black Messiah (2014) erkennt man ihre Versprechen und Fallen, an den Reaktionen darauf auch alle Sehnsüchte, die Hörerinnen und Hörer damit verbinden. D’Angelo wurde bei seinen seltenen Konzerten tatsächlich wie ein Messias verehrt, weil brennende Musikalität und jubilierender Schmerz aus seinen Songs sprachen – Dinge, die anderswo längst aus dem ramponierten, hyperkapitalisierten Pop verschwunden waren.