Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen kündigt Neuwahlen an

Stand: 26.02.2026 • 17:25 Uhr

Ihre klare Kante gegenüber US-Präsident Trump hat Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen viel Popularität gebracht. Diesen „Grönland-Effekt“ will sie nun offenbar nutzen und setzt Neuwahlen an.

Von Ann-Brit Bakkenbüll, ARD-Studio Stockholm

Dänemark wird am 24. März ein neues Parlament wählen. Das hat Ministerpräsidentin Mette Frederiksen angekündigt. Offenbar will Frederiksen dabei von ihrer wachsenden Popularität im Grönlandkonflikt profitieren, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut Interesse an der arktischen Insel signalisiert hatte.

Frederiksen hatte in den letzten Monaten europäische Staats- und Regierungschefs mobilisiert, um die dänische Souveränität zu verteidigen. Ihr Engagement auf internationaler Bühne hatte Meinungsumfragen zufolge ihren Rückhalt gestärkt, obwohl die Öffentlichkeit mit steigenden Lebenshaltungskosten und dem Druck auf Sozialleistungen zuletzt unzufrieden war.

Fünf Prozentpunkte gestiegen

Die 2022 als Krisenregierung gebildete Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Moderaten drohte laut Umfragen ihre Mehrheit zu verlieren. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr erlitten die Sozialdemokraten eine schwere Niederlage. Zum ersten Mal seit 87 Jahren verloren sie das Amt des Kopenhagener Bürgermeisters.

Während die Zustimmungswerte der Partei laut Umfragen im Dezember auf 17 Prozent einbrachen, kletterten sie seither um fünf Prozentpunkte. Die Wahl kurz vor Ostern wird zeigen, ob die Däninnen und Dänen die internationale Führungsrolle ihrer Ministerpräsidentin belohnen – oder die Regierung für wahrgenommene Versäumnisse in der Innenpolitik bestraft wird.

Source: tagesschau.de