DAAD: Russland erklärt deutschen Hochschulaustausch pro unerwünscht

Russland hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zur unerwünschten Organisation erklärt. Das gab das Justizministerium in Moskau bekannt. Die Einstufung kommt einem faktischen Verbot gleich. Für russische Staatsbürger bedeutet es, dass sie bei Kontakt zu der Organisation Gefahr laufen, strafrechtlich verfolgt zu werden. 

„Wir stehen in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt zu den nächsten Schritten“, teilte der DAAD mit. Der Dienst ist nach eigenen Angaben die weltgrößte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Mit der Einstufung als unerwünschte Organisation kommen akademische Kontakte mit Russland weitgehend zum Erliegen, weil viele andere deutsche wissenschaftliche Organisationen bereits auf der russischen Verbotsliste stehen. 

Nach DAAD-Angaben studieren derzeit noch etwa 200 Russinnen und Russen mit einem DAAD-Stipendium in Deutschland. Insgesamt seien an deutschen Hochschulen 10.500 russische Staatsbürger eingeschrieben. 

Russland und Deutschland haben Diplomaten ausgewiesen

Der DAAD hatte nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 Kontakte mit Russland eingeschränkt und keine Stipendiaten mehr in das Land entsandt. Der umgekehrte Weg für Russinnen und Russen an deutsche Hochschulen sollte jedoch erhalten bleiben, weswegen die Organisation weiterhin ein Büro in Moskau betrieben hatte. 

Russland und Deutschland hatten zuletzt gegenseitig Diplomaten ausgewiesen. Vergangene Woche wies Russland einen deutschen Diplomaten aus der Botschaft in Moskau aus. Damit reagierte das russische Außenministerium auf die Ausweisung des stellvertretenden russischen Militärattachés aus Deutschland. Das Auswärtige Amt hatte ihm Spionagetätigkeit vorgeworfen.

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