Oscar steht in der Schlange vor dem Club, als drinnen losbricht, was er später „L’enfer“ nennt – die Hölle. Der 19-Jährige sieht Menschen, die von innen panisch gegen die Glasscheiben hämmern, während sich hinter ihnen die Flammen auftürmen. Einige von denen, die sich schreiend durch die Tür ins Freie stürzen, fallen zu Boden und bleiben regungslos liegen. Oscar sieht Menschen ohne Haare und schaut in verkohlte Gesichter.
Was Oscar in der Neujahrsnacht im Schweizer Wintertourismusort Crans-Montana erlebt, nennt der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin am nächsten Tag an einer Medienkonferenz „eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte dieses Landes“. Es ist der tödlichste Unfall in der Schweiz seit dem Gletscherabbruch am Staudamm von Mattmark im Jahr 1965, als 88 Bauarbeiter starben. Auf dem Parlamentsgebäude in der Bundesstadt Bern wehen die Schweizer Flaggen auf halbmast.