Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Rekord bei den Einnahmen durch den Verkauf von CO₂-Verschmutzungsrechten erzielt. Der Emissionshandel habe 21,4 Milliarden Euro eingebracht, teilte die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) mit. Gegenüber dem Vorjahr ist es ein Anstieg um 2,9 Milliarden Euro oder fast 16 Prozent.
Das Geld fließt in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem Maßnahmen für den Klimaschutz und die Energiewende finanziert werden. So wird es beispielsweise für die energetische Gebäudesanierung, den Aufbau CO₂-neutraler Industrien und das Ladenetz für Elektroautos ausgegeben.
CO₂-Ausstoß durch Wohnen und Verkehr ist 2025 gewachsen
Die Bepreisung von Treibhausgasen soll der Wirtschaft einen Anreiz geben, weniger fossile Brennstoffe zu verwenden. Pro Tonne ausgestoßenem CO₂ muss ein Zertifikat bei der DEHSt erworben werden. Bedeutende Verbraucher wie Kraftwerke, große Industrieanlagen sowie Unternehmen im innereuropäischen Luft- und im Seeverkehr benötigen eine europäische Berechtigung. Diese kostete im vergangenen Jahr im Schnitt knapp 74 Euro pro Tonne CO₂, fast neun Euro mehr als im Vorjahr.
Solche Verschmutzungsrechte werden seit 2008 verkauft. Seitdem wurden nach DEHSt-Angaben mehr als 100 Milliarden Euro eingenommen – im vergangenen Jahr allein also mehr als ein Fünftel der Gesamtsumme. „Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt“, sagte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), dem die DEHSt unterstellt ist. Die Bepreisung von CO₂ setze entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau der Gesellschaft.
Die Emissionsrechte werden unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig verkauft. Die nationalen Zertifikate, mit denen im vergangenen Jahr 16 Milliarden Euro eingenommen wurden, sind etwa für Brennstoffverbrauch in den Bereichen Wärme und Verkehr notwendig. Seit 2024 wird die Abgabe auch auf die Verbrennung von Abfällen erhoben.
Im vergangenen Jahr wurden nach UBA-Angaben 294 Millionen nationale Berechtigungen verkauft. Das bilde das „deutlich zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrsbereich“ ab, sagte der UBA-Experte Christoph Kühleis. „Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm.“ Im vergangenen Jahr hatte Deutschland rund 640 Millionen Tonnen an Treibhausgasen ausgestoßen. Die Emissionen durch Gebäude und Verkehr waren dabei gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Ab 2028 Wechsel auf europäisches System
Die Preise für nationale Zertifikate sind, anders als bei europäischen Zertifikaten, bislang nicht festgelegt. Im europäischen Handel soll eine Verknappung – jedes Jahr werden also weniger Berechtigungen verkauft – die Emissionen schrittweise begrenzen. Ab diesem Jahr werden erstmals auch nationale Berechtigungen versteigert und sollen zwischen 55 und 65 Euro pro Zertifikat kosten.
2028 wird der nationale Emissionshandel durch einen europäischen Handel auch für Brennstoffe größtenteils abgelöst. Ursprünglich war die Maßnahme für kommendes Jahr vorgesehen, sie wurde allerdings verschoben, um große Preissprünge beim Tanken und Heizen zu vermeiden.