Die britische Regierung hat ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen Kritik von US-Präsident
Donald Trump vorerst gestoppt. Das teilte ein
Regierungssprecher mit. Ursprünglich wollte Großbritannien den etwa 2.000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgeben. Ein entsprechendes Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln war im Mai vergangenen Jahres vom britischen
Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden.
Auf den Inseln befindet sich auch der US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia. Für diesen wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart. Trump hatte dem ursprünglich vorgesehenen Abkommen nach seiner
Unterzeichnung zunächst zugestimmt, es im Januar aber als „große Dummheit“ kritisiert.
Die britische Regierung stehe dazu weiter mit den USA und Mauritius im Gespräch, sagte der Regierungssprecher. „Wir glauben weiterhin,
dass das Abkommen der beste Weg ist, um die Zukunft der Militärbasis
langfristig zu sichern, aber wir haben immer gesagt, dass wir das
Abkommen nur weiter vorantreiben, wenn es die Unterstützung der USA hat.“ Wie der britische Sender BBC berichtete, war ein Gesetzentwurf zur Rückgabe
des Archipels im Parlament verfallen. Mit der Vorlage eines neuen
Gesetzentwurfes werde nicht gerechnet, hieß es unter Berufung auf
Regierungsvertreter.
USA dürfen Stützpunkt für Irankrieg nutzen
Zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar hatte Starmer zunächst jegliche britische Beteiligung abgelehnt und den USA auch die Nutzung britischer Militärbasen verweigert. Wenig später gab Starmer aber bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung britischer Stützpunkte für
einen „speziellen und begrenzten Verteidigungszweck“ zugestimmt habe.
Bei einem der Stützpunkte handelte es sich um Diego Garcia.
Nach Beginn des Krieges soll der Iran laut Angaben des Staatsfernsehens zwei ballistische Raketen auf den von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten
Militärstützpunkt abgefeuert haben. Ein britischer Regierungsvertreter bestätigte damals der Nachrichtenagentur AFP die Medienberichte. Er sprach von einem „erfolglosen Angriff“ auf Diego Garcia. Dennoch hatte die Entwicklung Besorgnis ausgelöst, der Stützpunkt galt bislang als unantastbares Hinterland, er liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste. Dem Iran ginge es darum, die Reichweite seiner Raketen unter Beweis zu stellen, äußerten Nahostexperten.
Auf der Insel Diego Garcia gibt es eine Bodenstation für das globale
Navigationssatellitensystem GPS sowie Weltraumüberwachungs- und
Kommunikationsanlagen. Weil der Stützpunkt abgeschieden liegt und dennoch große Reichweiten
ermöglicht, gilt er als ein strategischer Schlüsselpunkt der
US-britischen Militärpräsenz im Indischen Ozean.