Cem Özdemir: Schafft er es doch noch?

Schwesterpartei. So nennt Cem Özdemir nun also die Grünen. Und zwar
nicht im kleinen Kreis, sondern auch auf meist gut gefüllten
Wahlkampfveranstaltungen. Und er meint damit genau die Partei, in der er seit
45 Jahren Mitglied ist, für die er als erster türkischstämmiger Deutscher in
den Bundestag und später ins Europaparlament einzog. Deren Vorsitzender,
Spitzenkandidat und auch Bundesminister er in seiner langen politischen
Karriere schon einmal war.

Schwesterpartei. Das ist ein schiefes Bild, keine Frage. Denn die
gibt es ja – anders als bei der Union – bei den Grünen gar nicht. Die Botschaft
aber ist trotzdem sonnenblumenklar: Özdemir scheint fest überzeugt zu sein,
dass er nur dann Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Nachfolger des bei
den Grünen fast legendären, weil 15 Jahre lang regierenden Winfried Kretschmann
werden kann, wenn er seine Distanz zu den eigenen Leuten derart überdeutlich
herausstellt. So sehr, dass sie fast wie Abneigung klingt. „Wir dürfen den
Leuten nicht mit dem Hinterteil ins Gesicht springen“, ist auch so ein Satz,
der bei Özdemir öfter fällt. Wessen Hinterteil er meint? Klar, das der angeblichen
Schwesterpartei.

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