Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 42/2025.
Kehrt die Musikjournalistin
nach längerer Abwesenheit in die Redaktion zurück, bietet sich ihr stets das
gleiche Bild: Das Postfach quillt über, und zwar in erster Linie von – CDs. Hä,
wie bitte, die ollen Plastikhüllen mit den kleinen Silberscheiben drin werden im
Zeitalter von Spotify-Apple-Amazon-Deezer noch verschickt? Jawohl. Und das hat
seine Gründe.
CDs verstopfen
Postfächer, fressen Platz, fangen Staub und bieten klanglich höchstens
Mittelmaß, etwa im Vergleich zur guten alten Langspielplatte. Und trotzdem
werden sie von Majorlabels ebenso wie von namenlosen Firmen weiter unverdrossen
verschickt. Manche packen ihre Pressungen echt noch in Plastik, andere eher in Karton
(platzsparender, umweltverträglicher, netter im Feeling). Nur das Aufkommen von
bibliophilen Editionen, in Leinen gebunden, mit Booklets, die ausgewachsenen
Büchern gleichen, hat etwas nachgelassen. Aber beschwören könnte die
Journalistin das nicht. Werthaltig bleibt eben werthaltig.