Ein guter Indikator für die Kulturkampftauglichkeit eines Themas ist, wie viel Furor Markus Söder dafür aufbringt.
Im Frühjahr 2024, als die Ampelkoalition gerade an der Teillegalisierung von Cannabis arbeitete, war Söder auf der Zinne. Das „dämliche“ Gesetz schade jungen Menschen und dem Land. Und als die neue Regel dann in Kraft trat, polterte Söder: „Wir vonseiten des Freistaats Bayern, wir werden uns an allem beteiligen, was dieses Gesetz außer Kraft oder verzögert oder später oder anders in Szene setzen lässt.“
So kam es zum „Cannabisfolgenbegrenzungsgesetz“, einer Art legislativem Gegenschlag aus München gegen Berlin. Aufs Kiffen in der Fußgängerzone sollten im Süden 500 Euro Strafe stehen, und auch sonst machte Söders Regierung es den Cannabisfreunden schwer. Noch im Februar 2025 erklärte er die Teillegalisierung für gescheitert. Sie begrenze weder den Konsum, noch dränge es den Schwarzmarkt zurück. „Stattdessen erleben wir Bandenkriege.“ Das Gesetz müsse schnell weg, genauso wie das Heizungsgesetz und das Bürgergeld.