Business-Ticker: Kartellamtschef Mundt sieht wenig Handlungsspielraum in Sachen Spritpreis

Merck erwartet für 2026 einen Gewinnrückgang 

Für Belén Garijo war es das letzte Mal, dass sie als Geschäftsführerin des Darmstädter Pharmakonzerns Merck vor die Presse trat. Im Mai wird die Spanierin die Konzernleitung an ihren Nachfolger Kai Beckmann übergeben, der bislang die Electronics-Sparte verantwortet hat. Während Garijo im Jahr 2021 als „Covid-CEO“ kam, wird Beckmann ein ähnlich volatiles Marktumfeld vorfinden. Dieses macht sich auch in den Geschäftszahlen für 2025 bemerkbar: Mit Umsatzerlösen von 21,1 Milliarden Euro lag das Ergebnis zwar im Rahmen der Prognose. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Umsätze aber um 0,3 Prozent zurück. Grund dafür seien vor allem negative Währungseffekte durch den US-Dollar und asiatische Währungen.

Das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA pre) betrug 6,1 Milliarden Euro und wuchs damit um 5,6 Prozent. Das Unternehmen plant, seinen Aktionären erneut eine Dividende von 2,20 Euro auszuzahlen. Bei der Prognose für das laufende Geschäftsjahr gibt sich Merck vorsichtig und stellt sogar einen Gewinnrückgang in Aussicht. So geht das Unternehmen für 2026 von einem Ergebnis vor Sondereffekten zwischen 5,5 und sechs Milliarden Euro aus. Auch die Umsätze dürften stagnieren. Die Aktie verlor bis zum späten Nachmittag um vier Prozent ihres Werts. 

Grund für die Zurückhaltung ist die auslaufende Exklusivität des Medikaments Mavenclad zur Behandlung von Multipler Sklerose, das 2025 noch 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Folglich rechnet Merck mit einem hohen Wettbewerb durch Generika-Hersteller in den USA. Laut der Finanzchefin Helene von Roeder entfiel rund die Hälfte der zuletzt erzielten Umsätze mit Mavenclad auf die USA, die übrigen 50 Prozent würden in Europa erwirtschaftet. „Wenn wir uns die USA ansehen, gibt es eine Reihe von Generika, die auf den Markt kommen könnten. Sie könnten schon morgen in den Verkauf gehen“, sagte von Roeder.

Für Ausgleich könnte in der Pharma-Sparte hingegen der 2025 von Merck übernommene US-Konzern Springworks sorgen. Ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 werde das Biotech-Unternehmen, das sich auf seltene Tumore, etwa in Nerven und Muskeln spezialisiert, zum organischen Wachstum beitragen, so die Erwartung.

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