Business-Ticker: Hapag-Lloyd kostet blockierte Meerenge täglich Millionen

Hapag-Lloyd kostet blockierte Meerenge täglich Millionen

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, die zu den weltweit größten Schifffahrtslinien der Welt gehört, erwartet keine globalen Störungen der Lieferketten durch die Blockade der Meerenge von Hormus. Die Handelsschifffahrt über den Atlantik sowie den Pazifik verlaufe störungsfrei, erklärt Rolf Habben Jansen, Vorstandschef von Hapag-Lloyd.  Transporte aus China und Südostasien nach Europa würden um Afrika herumgeführt. Das wiederum war schon gängige Praxis, seit die Huthi-Rebellen Ende 2023 begonnen hatten, Handelsschiffe im Roten Meer zu attackieren. „Dieser Konflikt ist geographisch eingegrenzt, im Gegensatz zur Pandemie, als die Lieferketten weltweit gestört waren“, sagte Habben Jansen in der Jahrespressekonferenz von Hapag-Lloyd.

Weil Iran faktisch die Straße von Hormus blockiert, sitzen aktuell im Persischen Golf mehr als 2000 Handelsschiffe mit 20.000 Seeleuten fest, darunter sechs Containerschiffe von Hapag-Lloyd. Die Besatzung sei versorgt, versicherte Habben Jansen und bekräftigte, man lote alle Möglichkeiten aus, den Golf zu verlassen. Er antwortete ausweichend auf die Frage, ob auch das Angebot Irans geprüft werde, gegen eine Millionenzahlung die Meerenge zu passieren.

Im Augenblick kostet der blockierte Seeweg die Reederei täglich Millionen. Allein eine Million Dollar werden für Lagerkosten veranschlagt. Zwar gibt es seit Kriegsbeginn keine Dienste mehr in die Golfregion. Doch Waren, die zu dem Zeitpunkt schon unterwegs waren in Richtung Golf, werden nun in anderen Häfen im weiteren Umkreis zwischengelagert.  Dazu kommen hohe  Kosten für zusätzliche Versicherungen und durch den allgemeinen Anstieg der Treibstoffpreise. Insgesamt rechne man mit Mehrkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar pro Woche, sagte Habben Jansen. Einen Teil davon werde man vermutlich zeitversetzt durch Ausgleichszahlungen von Kunden ersetzt bekommen, so seine Erwartung.

Der Irankrieg ändert nichts an den Plänen von Hapag-Lloyd, die israelische Reederei ZIM zu übernehmen. Aktuell sei man dabei, die nötigen behördlichen Genehmigungen einzuholen.

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