Anleger sehen Geschäftsmodelle klassischer Software- und Datenunternehmen durch den rasanten Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend bedroht. Konkreter Auslöser der Kursverluste der vergangenen Tage war die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, das spezialisierte juristische Aufgaben ermöglicht.
Auch die explodierenden Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigten die Anleger. Am Freitag wurde Amazon dafür abgestraft, die Aktien rutschten um 7,4 Prozent ab. „Wir werden weiterhin dieses Auf und Ab erleben, weil die Bedenken, die die Märkte umtreiben, nicht kurzfristig waren“, sagte Ben Falcone, Investmentexperte bei Kayne Anderson Rudnick. „Diese Probleme sind eher langfristiger Natur und ich glaube nicht, dass sie in absehbarer Zeit verschwinden werden.“
Dennoch könnte das Überwinden der 50.000 Punkte allein dafür sorgen, dass weitere Investoren auf den fahrenden Zug aufspringen wollen. Die letzte große Hürde hatte der Index mit den 40.000 Punkten im Mai 2024 genommen. Für den Sprung über die 10.000 Punkte hatte der Dow Jones noch gut 100 Jahre benötigt. Diese Marke erreichte er 1999 inmitten der Dotcom-Euphorie. In der Finanzkrise 2009 fiel der Index bis auf 6547,05 Punkte zurück und lag damit auf dem Niveau von 1997.