Bundesweit fehlen 150.000 Ganztagsplätze zu Händen Grundschüler

Stand: 25.02.2026 • 12:31 Uhr

Ab August haben Erstklässler Anspruch auf einen Ganztagsplatz. Doch die Lücke ist einer IW-Studie zufolge groß: 150.000 Plätze fehlen. Besonders betroffen sind Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Ein halbes Jahr vor Beginn des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler fehlen in Westdeutschland Zehntausende Plätze. Wie das Institut der Deutschen Wirtschaft ermittelte, gibt es vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Bayern große Lücken.

Das gilt nach Berechnungen des IW, wenn man die 2024 von Eltern geäußerten Betreuungswünsche zugrundelegt. Demnach fehlten in NRW 45.300 Plätze und in Bayern 42.300. Geht man davon aus, dass letztlich drei von vier Kindern auch nachmittags in der Schule bei Hausaufgaben, Spiel oder Sport umsorgt werden sollen, ist der Ausbaubedarf viel höher: Dann fehlen 570.900 Plätze, davon 126.000 in NRW und 105.000 in Baden-Württemberg. In Bayern sind es sogar 204.300 Plätze, die fehlen.

„Bayern sticht bei den Ganztagsbetreuungsquoten von Kindern im Grundschulalter mit nur 34 Prozent im Jahr 2024 sehr stark heraus“, schreiben die IW-Experten.

Hamburg und ostdeutsche Länder stehen gut da

In sämtlichen ostdeutschen Bundesländern und in Hamburg dagegen werden den Angaben zufolge bereits heute weit mehr als 75 Prozent der Grundschulkinder ganztags betreut. Dort reiche das Angebot voraussichtlich aus.

Ganztagsbetreuung stärke nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie eröffne Kindern auch bessere Bildungs-, Entwicklungs- und Teilhabechancen, so das Fazit der Wissenschaftler. Ab dem 1. August gilt der Rechtsanspruch zunächst für Erstklässler und wird danach Jahr für Jahr ausgeweitet.

Source: tagesschau.de